Bei Filmkameras musste man den Film und Filter wechseln, um eine Farbverschiebung während der Aufnahme zu verhindern. Aber bei digitalen Kameras ist das Leben mit den Weißabgleicheinstellungen so viel einfacher geworden. Dennoch scheint es, sich für den richtigen Weißabgleich zu entscheiden, Angst in die Herzen vieler Fotoanfänger zu treiben…
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Nur mal kurz, so verwende ich die Weißabgleicheinstellungen an meinen Kameras…
1) Meine Kameras sind eng an dem richtigen WA eingestellt, wie Tageslicht, Bewölkung etc.
2) Ich fotografiere in RAW.
3) Bei RAW-Dateien ist es hinterher kein Aufwand, den WA auf mehrere Fotos gleichzeitig anzuwenden.
4) Ein kalibrierter Monitor gewährleistet mir einen neutralen Referenzpunkt.
Das ist alles – es ist so einfach.
Ich versuche so nah wie möglich heranzukommen, aber ohne es zu übertreiben.
Dann verfeinere ich alles in der Nachbearbeitung.
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Jetzt zu den Einzelheiten…
Zunächst gibt es keine WA-Einstellung, die jede Situation abdeckt.
Das ist für jeden, der eine magische Abkürzung sucht. Eine Einstellung, die tolle Ergebnisse bei jedem Lichtverhältnis bringt… bitte lies das noch einmal.
In Internetforen werden oft WA-Einstellungen empfohlen, die in bestimmten Situationen sehr gut funktionieren, aber es gibt kein Allheilmitel. Jeder, der sklavisch nur einen WA für jede Situation verwendet, wird sehr schnell die Einschränkungen kennenlernen, die durch die fehlende Anpassung an die vorherrschenden Lichtverhältnisse auftreten.
Bei nur einem WA zu bleiben ist kontraproduktiv. Es gibt aus gutem Grund verschiedene Einstellungen – die Lichtverhältnisse ändern sich.
Auch wenn der WA im RAW-Format beliebig verändert werden kann, hilft es für einen besseren Workflow, den annähernd korrekten WA gleich bei der Aufnahme des Bildes einzustellen.
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Die Kamera richtig einstellen… oder wenigstens so nah wie möglich
Auch wenn es in der RAW-Nachbearbeitung sehr einfach ist, den WA zu korrigieren, ist es dennoch schneller, wenn man keine Korrekturen mehr vornehmen muss. Deshalb versuche ich immer einen zufriedenstellenden WA zu finden, aber überspanne den Bogen auch nicht, wenn ich ihn während des Shootings nicht finde.
Das bringt mich zu zwei weiteren Punkten:
Ich tendiere meistens zu einem angenehmen WA, anstatt zu einem korrekten.
Es ist trotzdem einfacher, einen angenehmen WA zu finden, wenn man mit einem korrekten WA beginnt.
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WA Optionen an D-SLRs :
Es gibt praktisch 4 verschiedene Wege, um den WA an einer D-SLR einzustellen:
1. Auto WB
2. WA-Voreinstellungen: Kunstlicht, Tageslicht, Bewölkung, Schatten, Leuchtstoffröhre.
3. spezielle Kelvin
4. manueller WA
1. Auto white balance
Normalerweise halte ich mich von AutoWB fern – er ist nicht immer verlässlich.
Bei Bewölkung tendiert er zu Blau und bei Kunstlicht stellt er sich für gewöhnlich zu warm ein.
AutoWB kann nur ‘schätzen’, was vor der Linse passiert.
Ein Beispiel: Wenn man eine Herbstkulisse fotografieren möchte, mit all den schönen Rot-, Orange- und Gelbtönen, dann würde der automatische WA versuchen, die warmen Farben auf ein Mittelmaß zu regeln und all die schönen Herbstfarben wären verloren.
Auch wenn ich in RAW fotografiere und die Korrektur des WA einfach ist, macht der AutoWB meine Nachbearbeitung einen Tick langsamer. Der Grund dafür ist, dass ein schneller RAW-Workflow darauf basiert, mehrere Bilder gleichzeitig zu korrigieren. Wenn man AutoWB benutzt, kann der WA auf jedem Foto anders sein und das erschwert die Einschätzung, welche Fotos gleichzeitig bearbeitet werden können.
Wenn man eine feste Einstellung für den WA nimmt, ist es viel einfacher eine Serie von Fotos mit den gleichen Werten zu korrigieren, da die Korrektur immer um den gleichen Wert erfolgen muss.
2. WA-Voreinstellungen
Meiner Meinung nach, haben die aktuellen D-SLR sehr gute WA-Voreinstellungen. In den meisten Situationen kommen sie verdammt nah an eine neutrale Einstellung. Ich verfeinere dennoch meine Einstellungen, je nachdem wie die Situation es erfordert. Die Voreinstellungen können verfeinert werden, indem man den WB-Knopf drückt und das vordere Rädchen dreht. (Lest die Kameraanleitung für genaue Informationen.)
Kunstlicht
Die Kunstlichteinstellung bringt sofort gute Ergebnisse. Da Glühlampen- und Wolframlicht in den tatsächlichen Kelvinwerten variieren, erziele ich oft bessere Ergebnisse, wenn ich gleich 2800 Kelvin (oder nahe daran) einstelle. Ich mache ein oder zwei Testaufnahmen, um auf dem Display die beste Einstellung zu finden.
Leuchtstoffröhre
Diese Einstellung ist ein guter Kompromiss. Sie wird nicht immer in allen Umgebungen die besten Ergebnisse erzielen, da das Licht von Leuchtstoffröhren eine große Bandbreite von Farbstichen erzeut. Man tut gut daran, wenn man das LCD überprüft, ob man die Einstellungen etwas kühler oder wärmer wählen muss.
Man sollte auch wissen, dass bei Verschlusszeiten von kürzer als 1/60 Sekunde ein Farbstich bei mehreren Aufnahmen sehr wahrscheinlich ist, was mit dem Zyklus zusammenhängt, in dem eine Leuchtstoffröhre flackert.
Tageslicht/Sonnenlicht
Damit erhält man in den meisten Situationen neutrale Farben bei Sonnenlicht. Wenn man die Fotos wärmer haben möchte, dann kann man bei Nikon D-SLRs den WA um -1 oder -2 verfeinern (Tageslicht -2 ist laut Anleitung der D100 die gleiche Farbtemperatur, wie die Blitzvoreinstellung). Wenn man bei einer Canon D-SLR wärmere Töne haben möchte, kann man mehr Amber hinzufügen.
Blitz
Damit erziele ich sehr gute Ergebnisse, wenn ich direkt blitze. Wenn ich den Blitz aber bounce, nimmt er die Farbnuancen der Oberflächen an, von denen der Blitz reflektiert. Da Wände und Decken meistens warme Farbtöne enthalten, werden die Fotos mit der Blitzeinstellung viel zu warm.
Wenn ich meinen Quantum oder Studioblitze benutze, bekomme ich mit der Blitzeinstellung einen leichten Rotstich. Dann wähle ich die Tageslichteinstellung (und verfeinere den WA in der Nachbearbeitung). Der Grund dafür ist, dass diese Blitzgeräte bereits farbkorrigiert sind und das Licht nah am Tageslicht ist.
Bewölkung
Wenn ich den WA für Bewölkung benutze, dann Cloudy -1 bei meinen Nikon D-SLRs als Startpunkt, da ich das Extra an Wärme bei bewölkten Tagen mag. Bei meinen Canon D-SLRs stelle ich mehr Amber ein, meistens +1 Amber.
3. spezielle Kelvin
Wie schon zuvor erwähnt; da Glühlampen- und Wolframlicht in der Farbtemperatur stark variiert, erziele ich oft bessere Ergebnisse, wenn ich 2800 K (oder in der Nähe) vorgebe.
4. manueller WA
Der manuelle WA ermöglicht dem Fotografen einen exakten WA unter schwierigen Lichtbedingungen zu machen, zum Beispiel, wenn Mischlicht wie Leuchtstoffröhren und Kunstlicht zusammentreffen.
Einen manuellen WA zu machen ist sehr einfach. Lest das in euren Anleitungen selbst nach.
Ich benutze den manuellen WA aber nicht. Ich verwende oft gebounctes Blitzlicht und bekomme regelmäßig einen Farbstich. Deshalb ist es für mich einfacher, diesen in der Nachbearbeitung zu korrigieren, als mich damit in den Wahnsinn zu treiben und jedes mal einen neuen Weißabgleich zu machen.
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause