Ein Histogramm zeigt die relativen Werte von den dunklen zu den hellen Tönen an. So wie das Histogramm steht, hat es keinen direkten Nutzen, da die Tonalität einer fotografierten Szene diktiert was das Histogramm zeigt… ohne eine direkte Anzeige, ob die Belichtung auch richtig ist.
Manche sagen, die Kurve eines Histogramms sollte eine gleichmäßige Glockenform haben, aber das ist zu vereinfacht. Ein hell getöntes Objekt vor einer weißen Wand wird ein gänzlich anderes Histogramm zeigen, als ein dunkel getöntes Objekt vor einer schwarzen Wand; auch wenn in beiden Fällen die Belichtung korrekt ist.
In diesen beiden Fällen könnte das jeweilige Histogramm interessant sein, aber von keinem direkten Nutzen. Aber hier kommt jetzt, wie ich das Histogramm benutze, um eine korrekte Belichtung zu ermitteln…
Bei allem, was einem das Histogramm anzeigt, gibt es nur eine Sache, die eine direkte Konsequenz hat: Wo der hellste relevante Ton im Histogramm liegt. Und ich betone das Wort ‘relevant’.
Es macht keinen Sinn auf das Histogramm zu schauen, um die Belichtung zu bestimmen, wenn dort helle Stücke vom Himmel oder stark reflektierende Oberflächen sind, denn das wird das Histogramm entgleiten lassen, da es den Anschein erweckt man würde überbelichten, wenn man aber tatsächlich richtig belichtet hat.
Bei Hochzeiten (und Portraits) ist der hellste relevante Ton meistens das Brautkleid oder die Manschetten des Bräutigams. Was ich mache, ist die Kamera auf Bereiche zu richten, die nur das weiße Kleid/Hemd beeinhalten und keine weiteren hellen Bereiche. Dann wird der ganz rechts liegende Punkt in dem Histogramm der weiße Bereich sein. Und jetzt kann man den weißen Bereich korrekt im Histogramm platzieren, wobei alle anderen Töne automatisch an ihren Platz rutschen, ob es nun Hauttöne sind, die Kleidung oder die Umgebung.
Es gibt noch eine andere Methode, um das anzugehen. Man kann den relevanten weißen Bereich mit einer Spotmessung anmessen und 1,3 Belichtungsstufen über der Nullmarke der Kameramessung einstellen. Man sollte die Kameramessung nicht auf Null stellen, da das Weiß nicht als Grau erscheinen soll. Man möchte ja, dass das Weiß als Weiß erscheint und das wäre der Fall bei 1,3 bis 1,7 Belichtungsstufen über der Nullmarke. Jeder muss den genauen Wert für seine eigene Kamera herausfinden, da es einige Unterschiede zwischen den Kameraherstellern gibt.
Aber zurück zum Histogramm…
So sieht ein Canon Histogramm aus.

Meine Erfahrung zeigt mir, dass ich die besten Resultate erziele, wenn der hellste relevante Ton mit der Kante des Histogramms halb durch die Mitte des fünften Segments auf dem Display oder 1/3 vom Rand des Displays entfernt liegt. Es wird sich herausstellen, dass das zwischen den verschiedenen Canon D-SLR Modellen variiert. Deshalb sollte jeder, der diese Methode der korrekten Belichtungsmessung anwenden möchte, das für seine verwendete Kamera selbst herauszufinden.
Wenn ich überbelichte, erscheint diese Art von Ausschlag rechts im Histogramm. Bei den (mir bekannten) Canon D-SLRs wird das blinkende Lichter Display zwar noch nicht blinken, aber das Bild wird zu hell wirken.

Das Nikon Histogramm sieht etwas anders aus:
Erfahrungsgemäß habe ich ein optimal belichtetes Bild, wenn der Rand des Histogramms kurz davor ist den rechten Rand des Displays zu berühren… bezogen auf den hellsten relevanten Ton (dieser Begriff ist der wichtige Unterschied).

Hier ist das gleiche Bild, aber 2/3 Belichtungssufen überbelichtet. Man kann die Spitze rechts im Histogramm sehen. Sie sieht anders als im Canon Histogramm aus.

Anhand der Bilder sollte es klar geworden sein, wie ich das Histogramm zu Ermittlung der Belichtung verwende… Ich mache eine Detailaufnahme des helsten relevanten Tones (ein weißer Bereich) und platziere ihn an einem ganz bestimmten Punkt im Histogramm.
Ich nagel diesen Belichtungswert fest, indem ich die Kamera im manuellen Modus verwende und so werden alle Bilder unter den gleichen Lichtbedingungen richtig belicht sein.
Ich finde diese Methode so zuverlässig, dass ich keinen Handbelichtungsmesser mehr verwende, wenn ich mit Studioblitzen arbeite. (Ich verwende Quantum Blitze.)
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause
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