Dieser Artikel wurde im April ’06 bereits bei DWF veröffentlicht, als eine ironische Reaktion -oder sarkastisch, wenn man so will- auf die vielen Artikel und Seminare, in denen wir Fotografen aufgefordert werden, nach dem Licht zu suchen.
Der Auslöser war für mich, diesen Artikel zu verfassen, dass es scheinbar einen Trend gibt, Blitzlicht zu verachten und stattdessen nur das vorhandene Licht zu benutzen.
Als wäre es immer so simpel.
(Dieser Beitrag wurde im September ’06 auch in der Ausgabe des Rangefinder Magazins gedruckt.)
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Das Licht finden…
Ich wurde in letzter Zeit durch verschiedene Fotografen so inspiriert, die jedem erzählen, dass man nur nach dem richtigen Licht suchen und es finden muss.
So viele Fotografen nehmen nur das Umgebungslicht und lassen den Rest von uns, der nicht mit so perfektem Licht wie im Wunderland gesegnet ist, sich so unangemessen fühlen. Es ist das Versagen des Fotografen, wenn er nicht das perfekte Licht findet und es richtig einzusetzen weiß.
Ich hatte das Gefühl, dass ich mich selbst als Fotograf aufraffen und nur nach dem Licht schauen musste. Es ist da, um gefunden zu werden! Dadurch inspiriert, kam ich zu dieser farbenfrohen Hinduzeremonie an (April 2006), mit einem frischen Grundgedanken…
Der Tempel selbst ist wunderschön und imposant von außen, auf eine eckige New Jersey Art.

Das späte Abendlicht war unglaublich hart und ich wusste, dass ich etwas unternehmen musste, damit meine Portraits nicht nicht so, wie die paar Schnappschüsse, die ich draußen in der Sonne machen musste, aussehen würden. Also habe ich die Braut (und andere) in den Schatten zwischen den Säulen am Eingang, für die Portraits positioniert. Die senkrechten Linien im Hintergrund helfen den einfachen Portraits, nach mehr auszusehen.

Wo wir von Aussehen sprechen – ist das nicht eine unglaublich schöne Braut?
Nun, ich war zu diesem Zeitpunkt glücklich. Ich konnte schöne Portraits fotografieren, indem ich das vorhandene Licht und die Umgebung benutze… aber als ich den Raum betrat, in dem die Gäste tanzen würden, sank mein Herz in die Hose.
Die Decke war hoch und nur mit Leuchtstoffröhren beleuchtet, was bedeutete, dass das Licht kopflastig und dämmerig sein würde.

Die Lichtverhältnisse waren schlecht – 1/60th @ f2.8 @ 1600 iso.
Hmmm .. gerade genug, um Verwacklungen zu vermeiden. Und der Kunde wäre wohl nicht so glücklich, über hunderte von impressionistischen Farbschmierern auf den Fotos.
Aber… ich musste ja nach dem Licht suchen.
Es macht ja nichts, dass es ein dämmeriger Saal in New Jersey war und nicht ein hell erleuchtetes Wunderland.
Es wäre MEIN Versagen, wenn ich nicht nach dem Licht suchen würde,
es finden würde
und schließlich… es BENUTZEN würde.
Ich bin umhergestreift … und … ganz sicher … da war es … LICHT!


Aber… war das verfügbares Licht?
Ich sah mich um… und tatsächlich… niemand sonst benutzte es.
Es war verfügbar! Ich konnte es nutzen!
Ich habe es gesehen und gefunden und nun konnte ich es benutzen! 
Und Leute! Ich bin beeindruckt! Seht euch nur mal dieses Licht an! Seht, wie die Farben explodieren!
Die Leute um mich herum tanzten und ich konnte die Bewegungen einfrieren, wenn ich wollte und hatte erkennbare Gesichter. Die Braut konnte sich selbst wiedererkennen und ihre Freunde und Familie.





Einen herzlichen Dank also, an alle, die mich inspiriert haben, über mich selbst als Fotograf hinaus zu wachsen und, verdammt noch mal, nach dem Licht zu SCHAUEN. 
Danke, danke, danke.
Neil van Niekerk
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technische Info:
Die zusätzlichen Blitzköpfe, die ich in den Ecken des Raumes aufgestellt hatte waren Quantum T2 strobes. Sie wurden mit Quantum 2×2 Batterien betrieben und mit Quantum 4i radio slaves ferngezündet. Die Stative waren Red-Wing stands. Die Blitzköpfe liefen im manuellen Modus und waren 2/3 Blenden von der maximalen Leistung heruntergeregelt, um eine gleichbleibende Leitung während einer schnelleren Sequenz von Bildern zu ermöglichen.
Ich habe auch einen Blitz auf der Kamera benutzt, dessen Blitzkopf nach hinten und leicht nach oben gedreht war, mit einem Stofen-Diffusor, dessen Grundfläche aufgeschnitten war. Somit wurde der Hauptteil des Lichts nach oben und leicht nach hinten geworfen… durch den Stofen kam genug Licht nach vorne und hat dunkle Augenhöhlen verhindert. Das Licht war so gleichmäßig, wie ich es unter diesen Umständen hinbekommen konnte.
Belichtungsinfo .. alle Fotos mit 1/125th und ISO 800.
Die Blende hat zwischen f4 und f5.0 variiert.
In bestimmten Bereichen des Raumes habe ich die Blitzbelichtungskompensation etwas heruntergeregelt.
Die Belichtung des Aufsteckblitzes lag zwischen +0.3 bis -1.0 EV.
Der Aufsteckblitz war im TTL-Modus.
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause
{ 1 comment… read it below or add one }
Hallo,
ich muss sagen ich bin absolut begeistert von Ihren Fotos und den dazugeschriebenen Tipps. Dieses Wochenende hab ich doch gleich auf einer Feier die Methode (die Sie in Ihrem Beitrag – Das Licht finden – beschrieben haben) ausprobiert, mit 2 Studioblitzen und den aufgesteckten Durchlichtschirmen, zu fotografieren. Und ich muss sagen dass war ein Traum…
Das einzige was mich etwas irritiert, wie kann man den Aufsteckblitz über TTL laufen lassen und gleichzeitig die Studioblitze ansteuern? Ich habe es nur geschafft indem ich den aufgesteckten Blitz auf Manuell gestellt habe und die Studioblitze über die Fotozelle mitblitzen lies!?
Wie haben Sie dass gemacht???