
Das ist ein grundliegendes Prinzip der Lichtführung:
Je größer die Lichtquelle, desto weicher das Licht.
Jeder der zu Tausenden verfügbaren Lichtformer hilft das zu erreichen – das Licht eines Aufsteckblitzes zu streuen und weicheres Licht zu schaffen, als es direktes Blitzlicht täte. Jedoch (und das ist ein großes Jedoch) werfen diese Lichtformer auch Licht nach vorne. Letztenendes tun alle Lichtformer das gleiche; sie zerstreuen viel Licht durch den gesamten Raum, wobei sie einen gewissen Anteil nach vorn werfen, um die Schatten in den Augenhöhlen anzuheben und eine Reflexion in den Pupillen erzeugen.
Das ist ein gewaltiger Schritt vorwärts, verglichen mit dem direkten nach vorne Blitzen (oder schlecht gebounctem Blitz, d.h. 45° oder 60° nach vorne), aber ist nicht so gut, wie gerichtetes Licht. Gerichtetes Licht fällt in einem bestimmten Winkel auf das Objekt. Die Richtung kann sehr oft sorgfältig gewählt werden, auch wenn man den Blitz auf der Kamera in Räumen verwendet.
Das Bild oben ist von einer Hochzeit neulich.
Ich habe den Weißabgleich in RAW korrigiert und das war’s. Es ist einfach und sieht so gut aus.
Das Licht ist weich und das Baby wurde nicht durch direktes Blitzlicht genervt… da es kein direktes Blitzlicht gab.
Ich erziele gerichtetes Licht mit meinem Blitz, indem ich so etwas wie einen Halbspot benutze. Der Halbspot (oder Abschatter) blockiert das Licht zur Hälfte und dirigiert es auch. Wenn ich in einer Umgebung mit Kunstlicht bin, dann verwende ich sehr häufig einen Farbfilter vor dem Blitz, um das kalte Licht des Blitzes näher an das warme Umgebungslicht anzugleichen.
Ich klebe einfach ein Stück Farbfolie mit Gafferband vor den Blitz.
Das ist low-tech, aber es funktioniert.

Durch die Farbfilterung zu Kunstlicht, verändern sich die schmutzigen Orangetöne des Hintergrundes zu angenehmeren warmen Tönen.
Der Farbfilter bei dem Foto mit dem Baby war ein full CTS. Ich belasse den Weißabgleich der Kamera auf Kunstlicht und in der Nachbearbeitung regel ich das exakt nach, da beim Bouncen zusätzliche Farbnuancen der Wände und Decken aufgenommen werden. Die Farbfolie oben ist ein 1/2 CTS. Bei ihr stelle ich den Weißabgleich der Kamera auf 3800 K, was immernoch näher an Kunstlicht ist, als die 5400 K des Blitzgerätes.
Der von mir verwendete schwarze Halbspot/Abschatter ist genauso simpel. Er ist ein Stück schwarzen Moosgummis, den ich in einem Laden für Kunstzubehör gekauft, und zugeschnitten habe.

Ich befestige das Stück Schaumstoff am Blitzkopf mit einem Haargummi, welches ich meiner Tochter gestohlen habe. Yup, low-tech und simpel… aber es funktioniert!
Man kann ihn manipulieren und formen, wie ich es in diesem Nachtrag darüber zeige, wie ich diesen Lichtformer benutze. Lest diesen Beitrag bitte auch!
Seht euch auch diesen Folgebeitrag an, warum ich zum Abschatten ein Stück schwarzen Schaum verwende und keinen weißen.
.
Das Stück schwarzes Moosgummi um meinen Blitzkopf hat zwei Vorteile:
1. Gerichtetes Licht. Ich kann damit viel genauer vorgeben, von wo mein Licht kommen soll.
2. Weniger Belästigung für Andere. Wenn ich den Blitz zur Seite oder hinter mich drehe, riskiere ich, anderen Personen damit direkt ins Gesicht zu strahlen. Das Stück Schaumstoff verhindert das. Ich lenke den Blitz damit über die Köpfe hinweg und niemandem wird direkt in die Augen geblitzt.
.

Das ist mein meistverwendeter Lichtformer. Die Gesamtkosten belaufen sich auf weniger als 2,00 €.
Wer jedoch den Drang verspürt für ein handgefertigtes Zubehörteil Geld aus dem Fenster zu schmeißen, der kann 40,00 € auf mein PayPal Konto überweisen. Ich werde ein Stück Moosgummi ausschneiden, ein Haargummi dazulegen und das Ganze mit einem Silberstift signieren. Ach kommt schon, ihr wisst, dass ihr das wollt! Es wird bestimmt mal einen Sammlerwert haben. ;)
Ein zusätzlicher Vorteil mit diesem Lichtformer, ist der komplett schwarze Ninja-Tarn-Fotografen-Look. Das ist Elisabeth, die oft als zweite Fotografin für mich arbeitet.
Sie ist cool.

.
![]()
.
Der einzige andere Lichtformer, den ich ab und zu benutze, ist ein Stofen Becher. Ich benutze ihn in solchen Situationen, in denen ich auch Licht direkt nach vorne werfen möchte. Ich verwende ihn auch in Räumen deren Decke zu hoch sind, um mit dem schwarzen Schaumding erfolgreich zu fotografieren.

Ich möchte aber trotzdem einen Grad an Kontrolle darüber haben, wohin ich mein Licht schicke. Deshalb habe ich ein Loch in die Oberfläche geschnitten, damit der Großteil des Lichts immernoch in die Richtung geworfen werden kann, die ich vorgebe, anstatt überall verstreut zu werden. (Ich habe auch noch einen unbeschädigten Stofen und einen bernsteinfarbenen übrig.)
Um den Stofen dran und weg zu klappen, befestige ich ihn mit einem Stück Gafferband. Wenn ich ein Foto ohne ihn machen möchte, dann klappe ich ihn einfach weg.
.
![]()
.
Und das sind sie – die einzigen Lichtformer, die ich mit einem Aufsteckblitz benutze.
Bei meinen Hochzeits- und Portraitarbeiten verwende ich häufig entfesselte Blitze, sowohl Systemblitze, als auch Q-Flashes. Aber bei aufgesteckten Blitzen sind das meine einzigen Lichtformer. Und sie sind alles, was ich in Räumen wirklich brauche.
![]()
Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

{ 2 trackbacks }
{ 0 comments… add one now }