Da die beschriebenen Techniken auf diesen Seiten eher darauf abzielen in Räumen Anwendung zu finden, welche Gegebenheiten bieten um einen Blitz zu bouncen, sieht es erstmal nicht so aus, als könnte man diese Techniken auch im Freien anwenden. Nicht zuletzt, weil man einen Blitz nicht von den Wolken bouncen kann. (Obwohl wir alle schon Fotografen gesehen haben, die genau das versuchen. ;) )
Auch wenn es offensichtlich ein paar Einschränkungen gibt, diese Techniken im Freien anzuwenden, gibt es dennoch Momente, in denen diese Techniken sehr wirkungsvoll sein können.
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Zu Beginn zeige ich ein Beispiel, das in den Grundlagenseiten schon zu sehen war. Eine Hochzeit die ich auf Aruba fotografiert habe.
Meine Tochter hat hier die goldene Seite eines Lastolite Reflektors gehalten. Ich hoffte, dass es den Eindruck der über dem Ozean untergehenden Sonne vermittelt. (Sie war nämlich bereits untergegangen und das Licht war ein fades Grau.)

Wie auch immer, diese Bouncetechniken erfordern eine Oberfläche, von der man den Blitz bouncen kann.
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Man sollte sich aber nicht eingeschränkt fühlen, weil keine offensichtlichen Oberflächen zum Bouncen vorhanden sind.
Schauen wir uns diese Bilderserie an:
Schönes Abendlicht:
Einstellungen .. 1/125 @ f2 @ 1000 ISO .. auf die Haut und das Kleid korrekt belichtet.
ABER, der Abendhimmel und das Licht der Lampe sind verloren.

1/250 @ f2 @ 320 ISO …
Schöne Details im Himmel und dem Lampenmast, aber das Paar ist in der Dunkelheit abgesoffen.

Das ist also der Moment (für mich sowieso), wo ein Hauch von Blitzlicht Wunder bewirkt.
Also habe ich meinen Blitzkopf um 90° nach links gedreht und den Blitz in die Schaufenster gebounct.
Keine bestimmte Oberfläche .. nur allgemein in die Schaufenster.
Und hier ist das Ergebniss, immernoch bei 1/250 @ f2 @ 320 ISO.

Für mich hat es funktioniert. 
Und ich weiß, dass meine Kundin das Bild lieben wird, sobald sie es zu Gesicht bekommt.
Um genau zu zeigen, von wo ich den Blitz gebounct habe, kann man die Schaufenster in dem Testbild sehen:

… und in diesem Ausschnitt eines anderen Testbildes:

Yup, ich habe den Blitz von diesem Zeug gebounct. Nichts Spezielles eigentlich.. aber genügend Licht kam von, was auch immer mein Blitz getroffen hat, zurück, um genügend Licht auf das Paar zu geben und das Foto zu verbessern.
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Hier ist ein anderes Beispiel:

Es war schon dunkel. Das war mit 1/100 @ f1.2 @ 1250 ISO
Canon 5D und 85mm f1.2 II
Ich habe bei diesem Szenario wirklich den letzten Rest Licht herausgequetscht. Ich wollte den Baum mit den letzen Herbstblättern hinter ihnen benutzen, aber das Abendlicht kam ebenfalls von hinten und ihre Gesichter lagen im Schatten. Nicht gut…
Deshalb habe ich den Blitz von der Steinmauer eines Tempels gebounct. Ich schätze, er stand 10 Meter von mir entfernt. Aber bei der großen Blende und hohen ISO kam genügend Licht zurück. Da das Licht jetzt aus einem Winkel kommt, fehlt der typische Lichtkegel in Vordergrund.
Hier ist ein weiteres Foto aus der gleichen Reihe.
(Ich habe das Bild aber bearbeitet, um die dunklen Ringe unter seinen Augen vom fehlenden Schlaf zu entfernen.)

Bei diesen beiden Beispielen hatte ich Glück. Es gab so etwas wie Oberflächen in der Nähe, von denen ich Licht bouncen konnte.
Nun, können diese Techniken im Freien funktionieren?
Vielleicht. Oft wahrscheinlich nicht, aber manchmal eben doch. Es kommt darauf an.
Es erfordert eben ein bisschen Überlegung. 
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause