
Wie sind deine Einstellungen? – eine Frage, die mir bei vielen Fotos gestellt wird.
Und allzu oft ist die Antwort sehr überraschend: Es ist wirklich unwichtig.
Manchmal sind die exakten Einstellungen wichtig, aber meistens weniger, als die Methode, wie man die korrekte Belichtung des Umgebungslichts und des Blitzes hinbekommt.
Das hier ist der fotografische Vergleich, wie man jemandem das Angeln beibringt im Gegensatz dazu, einen Fisch einfach auf einen Teller zu klatschen. Meine Einstellungen allein sagen nichts aus über das Wie. Aber das Wie ist weit wichtiger, als eine Auflistung scheinbar wahlloser Zahlen und Werte.
Sehen wir uns das Foto eines meiner letzen Workshops über Blitzfotografie an – insbesondere, weil es geanu das ist, was ich während des Tageskurses unterrichte.
Bei diesem Beispiel habe ich einen manuellen Blitz benutzt – einen Systemblitz in einer Softbox. Da es ein manueller Blitz war, haben vier Faktoren die Blitzbelichtung beeinflusst. Dieses Thema wurde in zwei vorangegangenen Beiträgen behandelt: manueller gegen TTL-Blitz // jonglieren mit Verschlusszeit, Blende und ISO. (Und wenn irgendjemand an speziellen Geräten, wie den verwendeten Softboxen oder Funkübertägern interessiert ist, hier ist die Seite mit der Ausrüstung, die ich nutze.)
Nun, die 4 Faktoren, die eine manuelle Blitzbelichtung beeinflussen sind:
- Leistungseinstellung am Blitz.
(Ich habe sie auf 1/2 der Maximalleistung eingestellt, damit die Regenerationszeit schnell genug für jeden beim Workshop war, auch wenn jeder Blitz mit einer Quantum 2×2 Batterie betrieben wurde.)
- Entfernung zum Objekt.
(Da der Blitz in der Softbox von jemandem an einem Monopod gehalten wurde, konnte er auf Wunsch des Fotografierenden den Abstand verringern oder vergrößern. Das ist hier die eine Variable, mit der wir die Blitzbelichtung unabhängig vom Umgebungslicht steuern können.)
- ISO.
- Blende.
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Aber zunächst mussten wir mit der Messung des Umgebungslichtes beginnen:
Der Himmel war noch ziemlich hell und deshalb war ISO 100 am sinnvollsten.
Die tatsächliche ISO hätte auch höher sein können, wenn ich mehr Schärfentiefe gewollt hätte.
Da ISO beides, Umgebungslicht und Blitz, beeinflusst, wäre jeder Wert okay gewesen, solange uns die Blendenwerte nicht ausgegangen wären (Stichwort: Diffraktion).
Wann immer man ein Objekt im Schatten vor einem hellen Hintergrund fotografiert, arbeitet der Blitz am effizientesten mit der max. Blitzsynchronzeit. Bei vielen Kameras ist das bei 1/250. Das sollte jeder bei seiner eigenen Kamera prüfen.
Dann wurde eine angemessene Blende gewählt, um den Himmel korrekt zu belichten. Oder man kann, wie wir es in diesem Bild gemacht haben, den Himmel dramatisch gestalten, indem man ihn etwas unterbelichtet. Jetzt hatten wir das perfekte Umgebungslicht festgelegt.
Nun wurde die Softbox nah genug herangehalten -oder weit genug entfernt-, um mit dem Blitz korrekt zu belichten. Das heisst, wir haben die Entfernung zwischen Blitz und dem Objekt reguliert.
Bei diesem Foto waren es zwei Systemblitze, jeder in einer Softbox, die simultan ferngesteuert ausgelöst wurden; jeder auf ein Model gerichtet. Es gilt trotzdem der gleiche Gedankengang, wie in der Erklärung zuvor.
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Nun, die Entscheidung für maximale Blitzsynchronzeit:
Wie in vorangegangenen Beiträgen schon erwähnt, hat die Verschlusszeit Auswirkung auf das Umgebungslicht und keinen (direkten) Effekt auf die Blitzbelichtung.
Aber wenn man in hellen Situationen arbeitet, wird die maximale Blitzsynchronzeit äusserst wichtig.
Seht es mal von dieser Seite:
Man möchte eine höhere Reichweite des Blitzlichtes, da man selten genauuuuuu vor dem Objekt stehen will. Oder wenigstens, nicht gezwungen sein möchte, direkt vor dem Objekt arbeiten zu müssen.
Also möchte man eine größere Entfernung/Reichweite zum Blitz. Das bringt das Verlangen nach einer größeren Blende mit sich.
Da das Umgebungslicht konstant bleibt, hat man eine Menge an Möglichkeiten mit Verschlusszeit-/Blendenkombinationen zu arbeiten.
Nehmen wir ein Beispiel bei strahlendem Sonnenlicht draussen. (Sunny 16 rule)
Das sind alles gleiche Belichtungen:
1/60 @ f22
1/125 @ f16
1/250 @ f11
1/500 @ f8
1/1000 @ f5.6
etc.
Ein Blitz wird hart zu kämpfen haben, um bei f22 genug Licht zu produzieren, um gegen die Sonnen anzustinken. Er wird es bei f16 einfacher haben.. noch noch einfacher bei f11. Aber dann stößt man an die Grenze bei der max. Blitzsynchronzeit… darüber hinaus, wechselt man in die Kurzzeitsynchronisation und die Blitzleistung fällt rapide ab.
Es gibt also einen optimalen Punkt bei der max. Blitzsynchronisation.
Darum, wenn man in hellen Umgebungen arbeitet, sollte man sofort zur max. Blitzsynchronzeit wechseln, da man hier
- die größte Blende (und somit die größte Reichweite/Entfernung des Blitzes) und
- den meisten Saft aus dem Blitzgerät hat.
Das ist grundliegend für das Verständnis, wie man Umgebungslicht mit Blitzlicht ausbalanciert.
Es ist immer dann eine einfache Abkürzung:
Helles Umfeld? Yup .. sofort auf max. Blitzsynchronzeit.
Man sollte ebenso auf ISO 100 gehen.
Finde die Blende für die korrekte Belichtung des Umgebungslichts mit den anderen beiden Einstellungen (1/250 @ ISO 100).
Jetzt finde die korrekte (manuelle) Blitzbelichtung.
Das war’s! Und es war auch noch einfach, da sofort auf max. Blitzsynchronzeit gestellt wurde.
Einfach.
All denjenigen, die schon bei Strobist in der Belichtung mit mobilem Licht gestöbert haben, wird das bekannt vorkommen. Das sind grundliegende Belichtungstechniken. Man kann ihnen nicht entkommen.
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause
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