Im harten Sonnenlicht

by Neil vN on June 13, 2008

Das ist eine der härtesten Lichtsituationen, mit der man klarkommen muss. Wenn ich kann, positioniere ich meine Objekte so, dass sie im Schatten stehen oder wenigstens die Sonne im Rücken haben. Somit sehen sie nicht in das Sonnenlicht und werden auch nicht die Augen zusammenkneifen oder die Stirn runzeln und auf dem Gesicht wird schattiges, aber gleichmäßiges Licht mit einem natürlichen Kopflicht ringsum sein.

Wenn man aber die Personen nicht positionieren kann und man mit den gegebenen Lichtsituationen umgehen muss, hat man ein paar Möglichkeiten:

Man kann mit dem Lichtwinkel Glück haben und die Details und Accessoirs der Leute liegen im Schatten, so dass ein gleichmäßiges Licht auf den bildwichtigen Teilen liegt, die man fotografisch festhalten möchte. Einige Bereiche der Szenerie werden überbelichten, aber hoffentlich nichts relevantes.

Bei diesem Foto habe ich keinen Blitz verwendet. Jedoch habe ich mir selbst zum Gefallen im RAW Format geschossen, so dass ich mehr Kontrolle in der Nachbearbeitung hatte. So kann ich einfach mehr Details in den Lichtern behalten, indem ich nachträglich die Schattenbereiche aufhelle.

(Die Beispiele in diesem Beitrag zielen darauf ab, dass man als Fotograf allein unterwegs ist, ohne Assistenten, der Diffusoren oder Reflektoren hochhält, sondern man es mit dem schaffen muss, was man zur Verfügung hat – eine Kamera mit einem aufgesteckten Blitz.)

Wenn man in der Falle sitzt und sich das Objekt teils in der Sonne, teils im Schatten befindet, hat man zwei Optionen:

1. Benutz einen Blitz! Direkten Blitz ohne Lichtformer.

Ich würde empfehlen bei der maximalen Blitzsynchronzeit zu bleiben, um die größte Reichweite/Kraft des Blitzes zu haben. Man sollte nur HSS benutzen, wenn man wirklich die geringe Schärfentiefe braucht oder eine schnelle Verschlusszeit.

Dieses Bild musste nachbearbeitet werden, damit es so aussieht. Und was mich betrifft, es ist ein absolut akzeptables Foto der beiden Blumenkinder.

Ich habe hier das Histogramm benutzt, um sicherzugehen, dass ich keine Details in den Lichtern verliere und dann Blitzlicht mit -0.7 EV Kompensation verwendet. In diesem Fall ist der Blitz mehr als nur ein subtiler Füllblitz, deshalb musste ich ihn von der gewöhnlichen Kompensation um -3 bis -2 EV herum anheben, wo ich für gewöhnlich den Füllblitz einstelle.

Dann gibt es noch eine andere Möglichkeit.

2. Benutz keinen Blitz!

Dann muss man aber eins der beiden Dinge akzeptieren, die passieren werden.

a. Das Foto wird ärmlich aussehen, da die Schattendetails durch den starken Kontrast verloren gehen.

b. Oder man findet sich damit ab, dass das Foto in Photoshop nachbearbeitet werden muss.

Ich habe hier mal zwei JPGs von dem RAW entwickelt, jedes mit einer anderen Belichtung. Dann habe ich die beiden JPGs als Ebenen in Photoshop kombiniert und einige Bereiche maskiert. Somit konnte ich Details in den Schatten erzeugen und Details in den Lichtern behalten.

Es sieht gut aus, aber benötigt Zeit.

Das sind also die Möglichkeiten.

Ich persönlich, würde mich mit dem harten Füllblitz als Kompromiss zufrieden geben, um die Details im Schatten herauszuarbeiten. Mit dieser Methode und der Kontrolle der Belichtung im manuellen Modus, erzeuge ich schon in dem Moment des Abdrückens ein sehr gutes Foto.

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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

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