Farbfolien bei Kunstlicht

by Neil vN on June 26, 2008

Für mich ist das Blitzen eine wichtige Grundlage, um das vorhandene Licht aufzuwerten und seine Qualität zu verbessern.

Ich sehe in den Fotografieforen oft Kommentare, die erklären wollen, dass Kameras wie die Nikon D3 oder Canon 1D Mk3 so hohe ISO-Einstellungen erlauben, dass man keinen Blitz mehr braucht. Das geht aber an dem entscheidenden Punkt vorbei, dass ein Blitz nicht dafür gedacht ist, bei wenig Licht Bewegungsunschärfe oder Verwackelungen zu verhindern, wenn die Kamera ‘freihändig’ bedient wird.

Bei diesen beiden Beispielen habe ich Blitzlicht (mit ½ CTS Farbfolien) verwendet, um der Farbe des Umgebungslichts nahe zu kommen. Anstatt das ungleichmäßige Licht auf meinem Model Jennifer zu akzeptieren und dass ihre Augen in dunklen Bereichen liegen würden, habe ich gerichtetes Licht erzeugt, um das Ergebnis schmeichelhafter zu machen.

Ich habe meinen schwarzen Halbspot benutzt, um direktes Licht von ihr fernzuhalten.

[Einstellungen: 1/125 @ f1.8 @ 800 ISO ]

In dieser veranschaulichenden Bildfolge habe ich das Model mit Absicht unter einen Deckenspot gesetzt, um dieses spezielle Lichtproblem anzugehen.

Normalerweise würde man versuchen das Model so zu platzieren, dass man das harte, ungleichmäßige Licht umgeht.

Wenn man das nicht kann, kommt hier die Erklärung, wie man mit der Situation unter einem Kunstlicht von der Decke umgeht.

Ich konnte die Schattenbereiche komplett anheben und das Licht angleichen, indem ich den Blitz seitwärts nach links und etwas über meine Schulter gebounct habe.

ABER … der Blitz hatte keinen Filter zur Angleichung an das Kunstlicht der Umgebung. Man sieht in den Hautpartien sofort, dass dort blaue und gelbe Bereiche auftreten. Das sieht nicht so befriedigend aus, als wenn man einen Farbfilter für den Blitz verwendet hätte.

Hier habe ich eine Farbfolie benutzt. Ich habe ein Stück ½ CTS Folie auf meinen Blitzkopf geklebt. Das bringt das bläuliche Licht des Blitzes in das Farbspektrum des warmen Kunstlichts. ½ CTS Folie filtert das Licht auf annähernd 38oo Kelvin.

Glühlampenlicht liegt in einem großen Spektrum um 2800 K. Die Farbtemperatur meines Blitzlichts lag nicht exakt bei 38ooK, da ich den Blitz von einer nicht weißen Fläche reflektiert habe, was ebenfalls die Farbe beeinflusst hat. (Die Korrektur für einen angenehmen Hautton ist Teil einer RAW-Entwicklung.)

Zum Vergleich ist hier ein Bild, wie ich normalerweise ein Portrait gemacht hätte – indem ich das Model nicht direkt unterhalb der Deckenbeleuchtung platziert und dann einen reflektierten Blitz benutzt habe, um weiches, gerichtetes Licht zu bekommen.

Durch die Kontrolle darüber, von wo man den Blitz bounct, kann man eine simple Portraitausleuchtung bekommen, die das Gesicht schön modelliert. Die Schatten und beleuchteten Bereiche sind sehr ausgewogen.

Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

Leave a Comment

Previous post:

Next post: