
Eine Technik, die ich oft dann benutze um knackig scharfe Fotos bei wenig Umgebungslicht und ohne Blitz zu bekommen, ist die Kamera auf Serienaufnahme zu stellen und sie dann für eine Sekunde oder so rattern zu lassen. Da eine Verwackelung einige Bilder (eher die meisten) ruinieren wird, bin ich relativ sicher, dass wenigstens ein Bild knackig scharf sein wird.
Ich weiß, dass das der Philosophie in der Fotografie äußerst entgegensteht – dem Warten auf den auch-so-perfekten-Moment, an dem alles zusammenkommt und wenn mit äußerster Präzision und übermäßiger Intuition für den Moment, in dem man sich befindet, DAS Foto entsteht. Der Großteil meiner persönlichen Fotografie wird durch den Glauben an den entscheidenden Moment gelenkt – Henri Cartier-Bressons oft zitiertes Motiv. Es gibt aber Zeiten, so wie diese Fotosession, in der hauptsächlich statische Portraits in dunkler Umgebung gemacht werden, in denen es eben einfacher ist, den Motor rattern zu lassen…
Es gibt immer eine Möglichkeit für ein Stativ, auch wenn ich finde, dass sie mich langsamer machen. Als Beispiel: Ich habe mich bei diesem Bild immer ein wenig in der Position zwischen den einzelnen Fotos verändert, damit ich die Muster der Lichter im unscharfen Hintergrund verändern konnte. Ein Stativ wäre zu statisch und ich hätte nicht diese Unterschiede in dieser Kürze der Zeit hinbekommen.
Da ich ohne Blitz fotografiert habe, konnte ich schnelle Bildfolgen schießen, ohne etwas zu ruinieren. (Außer der Sensibilität einiger Puristen.) Ich fokusiere zwischen den Sequenzen neu, um jeden Fokusierungsfehler zu umgehen oder unscharfe Bilder zu vermeiden, weil einer von uns beiden sich bewegt hat. Später bei der Nachbearbeitung ist es einfach in der 100%-Ansicht die scharfen Fotos auszusortieren, wenn man sich die RAW-Dateien ansieht.

Da haben wir es. Es ist doch offensichtlich, welches Foto ich behalten werde – Das scharfe.
Bei diesem Portrait von Priscilla – welches während der gleichen Fotosession gemacht wurde wie einige andere Bilder in früheren Beiträgen – habe ich wieder mit dem Nikon 200mm:f2 bei wenig Licht fotografiert. Auch wenn dieses Objektiv eine VR Linse ist (und der VR funktioniert), ist das Objektiv so schwer und 1/100th eine so lange Verschlusszeit, dass da immer das Risiko für Verwackelung besteht.
Ich benutze diese Technik auch bei Schlüsselmomenten auf Hochzeiten. Wenn ich die Kirchenzeremonie bei wenig Umgebungslicht fotografiere, dann stelle ich die Kamera oft auf die Serienbildaufnahme und lasse die Kamera während des Kusses rattern. Es ist kein so feierlicher Moment, da eh alle applaudieren. Na ja, alle, außer den Gästen mit einer Kamera. Aber die tragen auch zu der Geräuschkulisse bei. Niemand bemerkt mich also bei meiner Maschinengewehrsalve.
Nun, es birgt die Gefahr einen Schlüsselmoment zu verpassen, wenn man sich auf die Bildwiederholungsrate der Kamera verlässt… aber bei einer (relativ) statischen Situation wie bei dieser Session, ist es eine einfache Technik, die mich flüssig arbeiten lässt und mir scharfe Fotos in der Dunkelheit garantiert.
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause
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