Wirf die Tupperware weg

by Neil vN on June 7, 2009

Eine Sache betone ich immer wieder, wenn man die besten Resultate mit einem Aufsteckblitz erzielen möchte: Beachte die Richtung des Lichts vom Blitz!

Wenn man die Richtung weiß, aus der das Blitzlicht kommen soll, dann ist der einfachste Weg herauszufinden, in welche Richtung man den Blitz bouncen muss, indem man über die einfachen Geometriegrundlagen nachdenkt. Ja, die Geometriegrundlagen aus den Schultagen. Wer sich nicht mehr an den Physikunterricht erinnert, es gilt: Einfallswinkel = Ausfallswinkel.

Der Schlüssel dabei ist, nicht mehr das Blitzgerät selbst als Lichtquelle zu betrachten, sondern den Bereich, von dem man bouncen möchte.

Nun, wenn man sich das Bild (von einer Hochzeit neulich) oben auf der Seite ansieht, auf dem die Brautjungfer das Brautkleid zurecht macht…

… kann man erkennen, dass das Blitzlicht vom Standpunkt hinter der Braut kommt. Um das zu erreichen, habe ich meinen Blitz geblockt, damit kein Blitzlicht direkt auf das Brautkleid vor mir fallen konnte. Auf diese Weise konnte ich mehr Licht auf die Brautjungfer hinter der Braut werfen. Mit anderen Worten: Ich habe mehr Licht auf den Hintergrund geworfen, als auf den Vordergrund.

Durch das Bouncen von der Wand, erhält das Objekt mehr Form und Dimension. Man kann sehen, dass es gerichtetes und kein flaches Licht auf dem Gesicht der Brautjungfer ist.

Diese beiden Dinge zu erreichen:
– gerichtetes Licht (welches auch weich ist),
– das Objekt im Hintergrund mehr zu belichten, als den Vordergrund,
wäre mit einem simpelen gekauften Plastiklichtformer unmöglich.

Man kann diese Art von Effekt einfach nicht erreichen, indem man ein Stück (überteuerte) Tupperware auf den Blitzkopf stülpt. Ein Plastikllichtformer hätte ausserdem einen Look von direkterem Licht fabriziert.

Die üblichen Lichtformer, die auf den Blitzkopf gesteckt werden, hätten zu viel Licht nach vorne geworfen und weniger auf den Hintergrund. Das bedeutet, dass die im Hintergrund kniende Brautjungfer weniger gut beleuchtet gewesen wäre. Ein herkömmlicher Lichtformer hätte einen komplett anderen Look des Lichtes ergeben. Insbesondere, wenn man so nah am Objekt arbeitet, erzeugen diese Lichtformer einen Look von direktem Licht.

Stattdessen ist hier der bessere Weg, genau herauszufinden, wie man das Licht des Blitzes auf das Objekt fallen lassen möchte.

Hier ist mein wärmster Ratschlag, um die Resultate eines Aufsteckblitzes zu verbessern, wenn man in Räumen fotografiert und Bereiche hat, von denen man bouncen kann:

- wirf die Tupperware weg,

und dann

- find die Richtung heraus, aus der das Licht kommen soll.

Hier ist ein Foto, welches gut in einer Bildfolge mit anderen Bildern wie diesem funktioniert:

Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

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Abschatten beim Bouncen gegen einfaches Bouncen — Tangents - die deutsche Übersetzung
April 9, 2010 at 7:14 pm

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