Ausleuchtung der offiziellen Hochzeitsfotos (Teil 1)

by Neil vN on October 6, 2009

Hiermit, dem ersten in einer losen Folge von Beiträgen zur Lichtführung bei den formellen Fotos auf Hochzeiten, möchte ich einen einfachen Ansatz zeigen, mit dem es möglich ist, jedes mal saubere Resultate zu erzielen.

Bei der Ausleuchtung der formellen Hochzeitsfotos versuchen ich nicht, alles mit Rembrandlicht einzufangen, sondern verwende bevorzugt eine flache Ausleuchtung, um alle zu belichten. Ich lasse die Lichtführung für alle Fotos statisch, egal ob ich eine Person oder zwanzig fotografiere. Im Verlaufe des Hochzeitstages wird man immer mehr eine Randbedingung, so dass es einfach keine Möglichkeit gibt, viel mit dem Licht herumzuspielen. Und ich finde, dass eine einfache und vohersehbare Methode am besten funktioniert.

Bevor wir zur Ausrüstung kommen, fangen wir mit der Belichtungsmessung für den Blitz an.

Da ich mit einem entfesselten Blitz arbeite und die Personen in Relation zum Licht statisch bleiben, ist es viel einfacher mit einem manuellen Blitz zu agieren. Beim TTL-Blitz besteht die Möglichkeit (oder Gefahr, wenn man so will), dass die Belichtung von Bild zu Bild variiert. Dass hält in der Nachberabeitung auf, da man nun jedes Bild einzeln korrigieren muss. Am Ende ist es eben einfacher, in solchen Fällen manuell vorzugehen.

Man kann einen Handbelichtungsmesser verwenden, jedoch benutze ich das Histogramm genau so akkurat, indem ich den hellsten relevanten Ton anmesse – das Brautkleid. Da das Lichtsetup sehr einfach ist und die Ausleuchtung sehr gleichmäßig, ist auch die Blitzbelichtungsmessung sehr einfach.

Die Blitzbelichtung wird für eine bestimmte Blende und ISO gewählt – wir brauchen genügend Schärfentiefe und f5.6 ist für eine kleine Gruppe gut, die in einer Linie nebeneinander steht. Bei der ISO brauchen wir eine so geringe, wie möglich, um die besten Ergebnisse zu erzielen – die beste Farbwiedergabe und den besten Kontrast bei so geringem Bildrauschen, wie wir zu akzeptieren bereit sind… und moderne DSL-R geben bei ISO 400 noch sehr gute Ergebnisse und können noch als “niedrige ISO” bezeichnet werden.

Aber diese Einstellungen beziehen sich immer auf das vorhandene Licht… und für das Foto oben, ist das hier das vorhandene Licht:

Bei diesem Foto kann man sehen, wieviel Licht im Hintergrund vorhanden war… und dass ein wenig Licht irgendwo durch ein Fenster kam. Also wählt man eine Verschlusszeit, die genügend Hintergrundlicht einfängt, aber das Licht, welches durch das Fenster auf die Braut fällt, auf ihr noch kein ungleichmäßiges Lichtmuster erzeugt.

Für das Bild ganz oben waren die endgültigen Einstellungen 1/100th @ f5.6 @ 400 ISO.

Normallerweise wären 1/100 Sekunde eine zeimlich lange Verschlusszeit, wenn man mit vorhandenem Licht arbeitet. Aber das Risiko einer Verwackelung ist fast gänzlich ausgeschlossen, da der Blitz hier die dominierende Lichtquelle ist. Das ermöglicht mir, bequem ohne Stativ zu arbeiten.

Farbfolien für Kunstlicht:

Da die Lichtquellen in Kirchen vornehmlich Kunstlichter sind, benutze ich immer Farbfolien mit entweder 1/1 CTS oder 1/2 CTS, wie im obigen Beispiel. Das bringt die Farbtemperatur des Blitzes annähernd an die der Kunstlichter und verhindert somit einen dissonanten Farbstich. Hier ist ein Link zu den Folien, die ich benutze.

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Die Ausrüstung:

Für das Portrait oben und für kleine Gruppen von 8 oder 9 Personen benutze ich meistens einen Systemblitz mit einem 60″ Schirm. Diese große Lichtquelle gibt mir auch noch genug Licht, um damit kleine Gruppen abzudecken. Wenn ich nur ein Licht benutze (und 60″ Schirm), stelle ich das Licht nicht auf eine Linie mit mir, aber auch nicht zu weit weg, da ich eine gleichmäßige Ausleuchtung aller Personen der Gruppe haben will. Bei größeren Gruppen benutze ich zwei solcher Lichtsetups, die gleichmäßig voneinander und mir aufgestellt sind.

Ihr werdet bemerkt haben, dass die Lichtführung in Bezug auf short lighting/broad lighting hier keine große Rolle spielt.

Ich nehme am liebsten die Quantum flashguns, da sie Arbeitstiere sind und ich noch nie erlebt habe, dass sie überhitzen. Ich kann einfach fotografieren, ohne einen Gedanken an die Blitzgeräte zu verlieren. Man kann mit einem einfachen Systemblitz gleiche Egebnisse erzielen, aber man muss langsamer auslösen und mehr Pausen lassen. Da ein Systemblitz hierbei mit der maximalen Blitzleistung (oder nahe daran) arbeiten wird, besteht die Möglichkeit, dass er überhitzt. Und man muss langsamer hintereinander auslösen, um sicherzugehen, dass der Kondensator sich vollständig wieder geladen hat.

Der Funkauslöser ist der Industriestandard ‘PocketWizard’ – in diesem Fall der Plus II. Wie ich vorher gesagt habe, brauche ich hier kein TTL und will es auch nicht. Ich brauche die Einfachheit und Vorhersehbarkeit von manuellem Blitz.

Eine Detailaufnahme vom Quantum und Batteriepack, wie in dem früheren Artikel gezeigt.

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Zum Schluss noch ein Beispiel einer Gruppe, die mit zwei Q-Flashes und jeweils 60″ Schirm aufgenommen wurde.

In einem weiteren Artikel werde ich die Einzelheiten noch verdeutlichen.

Was ich in diesem Beitrag verdeutlichen wollte, ist die Einfachheit des Ganzen – die Ausrüstung ist geradlinig aufgebaut und geradlinig benutzt – und gibt zufriedenstellende Ergebnisse, die den Kunden zufriedenstellen… bei einem Minimum an Nachbearbeitung.

Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

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