
Der Klassiker – eine wunderschöne Braut im Fensterlicht.
Es ist ein Ja bei der wunderschönen Braut – aber ein dickes Nein beim Fensterlicht.
Was man sieht, ist Licht vom Aufsteckblitz. (Was für die regelmäßigen Leser hier keine große Überraschung sein dürfte.)
Dieses Foto stammt von einer Hochzeit am letzten Wochenende und ist ein großartiges Beispiel dafür, wie das Licht, die Wahl des Objektivs, die Komposition, der Blickwinkel und die Technik zusammenkommen, um einem Foto Wirkung zu verleihen. Am Ende kam etwas Nachbearbeitung hinzu, um den Eindruck eines alten Fotos zu schaffen.
Sehen wir uns zuerst das Licht an… wie ich den gebouncten Aufsteckblitz für die Lichtführung eingesetzt habe.
Ich setze regelmäßig das schwarze Schaumding ein, wenn ich eine relativ große Kontrolle über den gebouncten Blitz haben möchte. Ich hatte den Blitz in der, von der Kamera aus, vertikalen Position ‘nach oben’ stehen und etwas nach vorn gerichtet. Das bedeutet, dass er bei diesem Foto direkt nach links von mir gerichtet war und ein Stückchen in Richtung der Braut. Aber das Stück Schaumgummi hat jegliches direkte Licht von ihr abgeschirmt.
Die Wand, von der das Licht reflektiert wurde, war nun meine Lichtquelle. Durch die größere Fläche und der seitlichen Position, erscheint es jetzt wie weiches Licht vom Fenster. Einfach!
Ich stand auf einem Stuhl über der Braut, um aus diesem Winkel zu fotografieren und habe auf das eine Augenlid fokussiert. Aufgrund der Schärfeebene ist ein Teil vom Strauß auch scharf geworden… aber es ging einzig um die Wimpern, die scharf sein sollten.
Bei der Linse fiel meine Wahl auf das Nikon 85mm f1.4 (B&H) an der Nikon D3.
Meine Kameraeinstellungen waren: 1/160th @ f1.8 @ 800 ISO,
was bedeutet, dass das Nikon 85mm f1.8 (B&H) hier genauso funktioniert hätte. Und ebenfalls das Canon 85mm f1.2 (B&H) oder Canon 85mm f1.8 (B&H) wären genauso perfekt gewesen.
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Hier ist ein Vergleichsbild, bei dem der Blitz abgeschaltet war, damit man die Lichtverhältnisse für meine Einstellungen sehen kann:

.Mit eingeschaltetem Blitz und der Akkuratesse beim Bouncen, ist hier das Foto, wie es aus dem RAW-Converter mit angepasstem Weißabgleich kommt. Die Hauttöne sind ein bisschen zu gesättigt, aber es ist für mich ein guter Ausgangspunkt, um etwas mehr in ACR/Lightroom herumzuspielen.

Als erstes werdet ihr bemerken, dass die Farben beim ersten Foto oben etwas gedämpft wurden. Das ist für den Effekt. Ich wollte den Look eines alten Fotos haben. Ihr werdet auch bemerkt haben, dass ich den weißen Streifen weggestempelt habe, der von den Blumen zu ihrem Kinn verlief. Das ist der Saum ihres Schleiers und ich fand ihn störend. Idealerweise hätte ich schon darauf achten sollen, als ich vor Ort war und den Schleier anders positionieren müssen. Aber ein paar Minuten in Photoshop haben das dann erledigt.
Um den gealterten Look zu erzeugen, habe ich ein paar Einstellungen in ACR verändert, welches das Programm ist, das ich zur RAW-Entwicklung verwende. In Lightroom wäre es genau das Gleiche. Da mir die Einstellungen gefallen, habe ich sie als Preset für die Zukunft gespeichert.
Ich habe die Lebendigkeit und Sättigung zurückgenommen…

… und Einstellungen für die Teiltonung verändert…

… sowie eine leichte Vignette in ACR hinzugefügt (und den Saum des Schleiers später in PS weggestempelt) und bin am fertigen Foto angelangt, wie es oben zu sehen ist:

So wie es meistens ist, müssen einige Faktoren zusammenpassen, um ein ausdrucksstarkes Foto zu erstellen. In diesem Fall (wie anfangs gesagt) haben ein paar Dinge zusammengepasst. Das Licht, die Linse, die Komposition, der Blickwinkel und die Präsentation/Nachbearbeitung.
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause
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