Diese Frage kommt wiederholt als Reaktion auf meine Artikel über meinen Lieblingslichtformer auf – dem schwarzen Schaumding.
Für diejenigen, die hier neu sind, sind hier die beiden Hauptartikel darüber, wie ich das Licht meines Aufsteckblitzes mit einem Stück schwarzen Schaumgummi abschatte:
- das schwarze Schaumding,
- meine Wahl von Lichtformern
Immer wieder kommt die gleiche Frage auf:
Warum ein schwarzes Stück Schaumgummi und keine weiße Reflektorkarte oder weißer Gummi?
Ich habe diese Frage in verschiedenen Artikeln mit Hilfe des Fotos unten beantwortet… aber ich denke, die Antwort wird leicht durch die immer tiefer gehenden Artikel übersehen. Also dachte ich mir, dass ich mit diesem Beitrag die Antwort auf diese eine Frage neu aufleben lasse.
Sehen wir uns das Foto an, welches auch in meinem Buch über Blitzfotografie auftaucht:
Ich wollte meine Lichtquelle (d.h. den Bereich von dem ich bounce) von einer Stelle rechts neben und über mir kommen lassen, aber auch ein wenig von vor der Braut. Somit ist ihr Arm und ihre Rückseite etwas unterbelichtet, im Vergleich zu ihrem Gesicht (welches man hier als Spiegelbild sieht). Anstatt einen Plastikaufsatz oder dergleichen zu benutzen, habe ich ein Stück schwarzen Schaumgummis genommen, um das Licht vom Blitz abzuschirmen.
Eine weiße Reflektorkarte hätte zu viel Licht zurück in den Raum geworfen und somit das Gesamtlicht flacher gemacht. Das will ich aber nicht. Ich möchte gerichtetes Licht haben. Ich möchte das Zusammenspiel von Licht und Schatten. Ich möchte Kontrast.
Auf der anderen Seite wäre ein Snoot/Spottubus zu speziell, da ich eine relativ große Fläche brauche, um effektiv zu bouncen.
Ich mag dieses Stück schwarzen Schaums. Ich kann ihn mit meiner linken Hand ein wenig zusammenrollen, wenn ich einen Snoot brauche. Dieses Stück schwarzer Schaum ist so einfach, aber dennoch flexibel. Also ist es das, was ich verwende, wenn ich den Blitz bounce und einen großen Teil von Kontrolle über das Licht haben will.
Dann gibt es dauernd noch zwei weitere Fragen:
- Wenn es keine Oberflächen zum Reflektieren gibt, muss man andere Wege finden. Entweder man benutzt andere Lichtformer, direktes Blitzlicht oder -idealerweise- einen entfesselten Blitz. Man kann nicht erwarten, dass ein Stück Schaumgummi in allen Situationen zu zufriedenstellenden Ergebnissen führt. Was den Umgang mit Licht angeht, muss man anpassungsfähig sein.
- Ja, unter anderen Umständen benutze ich auch andere Lichtformer. Aber in Räumen (und auch draußen), wo ich reflektierende Oberflächen finde, gibt mir das Stück schwarzer Schaum die Kontrolle, die ich brauche. Und die Ergebnisse zeigen sich in den Fotos auf diesen Seiten und meiner Arbeit als Hochzeitsfotograf.
Zusammenfassend möchte ich einen Punkt noch einmal hervorheben – es gibt keine schnellen Lösungen. Ich bin unumstößlich gegen die Vorstellung einer ‘eierlegenden Wollmilchsau’ im Sinne von Lichtführung und Blitzfotografie. Insbesondere die Idee eines einzelnen Stückes Plastik auf dem Blitzkopf, dass immer beste Ergebnisse bringen soll. Diese Vorstellung wird euch zurückhalten.
Man muss immer wieder seine Technik mit Bedacht auf das Objekt und dem Szenario anpassen. Und natürlich dem Ergebnis, welches man erzielen möchte.
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

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