Lichtführung für Boudoir Sessions

by Neil vN on January 19, 2010

Die eine Art von Fotosession, bei der ich am härtesten arbeite, um das Licht ganz genau zu setzen, ist bei einer Boudoirsession. Ich finde diese intimen Fotosessions eine ziemliche Herausforderung. Ich muss eine Vielzahl von Looks in kurzer Zeit erzeugen. Dafür muss ich mich nicht nur auf das Posing und Blickwinkel konzentrieren, sondern auch auf die Lichtführung. Aber am wichtigsten ist dabei, dass sich das Model oder die Kundin die gesamte Zeit wohl dabei fühlt und entspannt ist. Die Session muss Spaß machen und sie wirklich von ihrer besten Seite zeigen.

Ich bringe zu diesen Shootings eine Vielzahl von Lichtequipment mit – Systemblitze, die auf der Kamera benutzt werden,

und als ein Softbox Aufbau. Ich bevorzuge auch Videolicht.

Ich halte die Ausrüstung aber transportabel, klein und leicht aufzubauen, was bedeutet, dass ich an erster Stelle verfügbares Licht verwende, wenn immer ich es kann. Indem ich mir die Richtung des Lichts der verschiedenen Lichtquellen in einem Raum ansehe, kann ich das Model im Verhältnis dazu positionieren (z.B. einem Fenster) oder einfach die Lichtquelle umstellen, wenn es eine Nachttischlampe ist.

Da die Intensität des Lichts in den Räumen relativ gering ist, brauche ich schnelle Optiken und Kameras mit hoher ISO-Fähigkeit. Der Stil, den ich bevorzuge ist gefühlvoll und romantisch. Sexy, ohne übermäßig sexuell zu sein. Bei der Boudoirfotografie finde ich, dass ein ‘Hauch’ besser funkioniert, als direkter zu sein. Aber Stil und Geschmack variieren natürlich.

Das ist ein Beispiel, bei dem ich das weiche Fensterlicht als Hauptlichtquelle benutzt habe. Ich habe kein weiteres Licht hinzugefügt. Das Fensterlicht war weich und das dominierende Licht aus diesem Blickwinkel. Jetzt konnte ich mich darauf konzentrieren den Fluss ihrer Bewegungen zu dirigieren.

1/30 @ f2.8 @ 1600 ISO

Nikon D3; Nikon 24-70mm f2.8 AF-S (B&H)

Das Foto oben war ‘mit’ der Richtung des Lichts fotografiert, um gleichmäßiges Licht auf ihr zu bekommen. Es ist auch gut es ein bisschen aufzulockern und ‘gegen’ eine Lichtquelle zu fotografieren oder in einem Winkel zur Hauptlichtquelle…

In diesem Fall habe ich sie so positioniert, dass die Nachttischlampe sich in einem schönen Streiflicht um sie gehüllt hat. Ihr Spiegelbild wurde direkt beleuchtet, aber aus meiner Blickrichtung war es ein dramatischeres Licht.

1/250 @ f2 @ 1600 ISO

Nikon D3; Nikon 85mm f1.4 (B&H)

Bevor ich ihr genaue Anweisungen gegeben habe, hatte ich sie frei positioniert, damit ich die Richtung und Qualität des Lichts, das auf sie fällt, herausfinden konnte. Auch der Hintergrund ist von großer Bedeutung. Nur wenn ich sicher bin, dass dort etwas ist, womit man arbeiten kann, fange ich an dem Model oder der Kundin Anleitung zu geben und ein paar Fotos zu schießen.

Es ist unheimlich hilfreich ihr ein paar Ergebnisse auf dem Kameradisplay zu zeigen. Dieses Aufbauen ist ein großer Motivator für das Vertauen in das Shooting.

Ein weiteres Foto bei dem ich gegen die Hauptlichtquelle fotografiert habe. Ich wollte die hellen Bereiche im Hintergrund ausbrennen lassen und habe sie dementsprechend positioniert.

1/160 @ f1.6 @ 1600 ISO

Nikon D3; Nikon 85mm f1.4 (B&H)

Die Wahl der Objektive hat offensichtlich genauso einen Einfluss auf das finale Ergebnis. Der Wechsel der Perspektive, die durch verschiedene Brennweiten zwingend werden, helfen das ganze wieder etwas aufzulockern. Der Unterschied in der Schärfentiefe zwischen schnellen Festbrennweiten und Zooms helfen auch eine Abwechslung in die Fotos zu bringen.

Das sind zwei Fotos von einer der letzten Sessions, bei der ich zwischen verschiedenen Objektiven gewechselt habe. Eine 50mm f1.4 Festbrennweite und ein 105mm f2.8 Macroobjektiv. Auch diese beiden wurden nur mit dem verfügbaren Licht des Hotelfensters gemacht.

1/100 @ f3 @ 1250 ISO

Nikon D3; Nikon 105mm f2.8 AF-S macro (B&H)

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1/160 @ f1.6 @ 1250 ISO

Nikon D3; Nikon 50mm f1.4 AF-S (B&H)

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gebouncter Blitz

Ich verwende während der Sessions auch gebouncten Blitz von der Kamera, aber ich konzentriere mich darauf das im Raum vorhandene Licht zu verwenden. Ein Teil der Problematik mit gebounctem Blitz ist, dass er die Szene zu weit aufhellt. Oftmals verliert man dadurch die interessanten Lichtmuster und die interessante Art, wie das vorhandene Licht auf das Objekt fällt.

Es kann aber auch funktionieren, wenn es der Effekt ist, den man möchte…

1/100 @ f3.5 @ 1250 ISO

Nikon D3; Nikon 24-70mm f2.8 AF-S (B&H); Nikon SB-900 (B&H)

Meine Einstellunge bei dem Bild oben waren so, dass das Umgebungslicht im Raum mit einbezogen wurde. I hätte eine geringere ISO benutzen können und eine kleinere Blende, aber das hätte einen anderen Effekt ergeben, als ich haben wollte.

Beim nächsten Foto stand sie in einem Türrahmen. Ich habe damit verhindert, den Raum durch den gebouncten Blitz aufzuhellen. Aber ich musste sie sorgfältig vor dem Hintergrund positionieren, um eine Trennung von ihm zu erzeugen. Ich wollte zudem ein paar verschwommene Elemente im Hintergrund haben.

1/250 @ f3.2 @ 1250 ISO

Nikon D3; Nikon 24-70mm f2.8 AF-S (B&H); Nikon SB-900 (B&H)

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Videolicht

Wie ich in einem früheren Beitrag schon erwähnt habe, ist eines meiner Lieblingslichtquellen bei einer Boudoirsession das Videolicht. Ich benutze ein Lowell iD-light.

1/60 @ f3.5 @ 1250 ISO

Nikon D3; Nikon 24-70mm f2.8 AF-S (B&H)

Das Videolicht gibt ein konzentriertes Licht, das sehr dramatisch sein kann, wenn es richtig gesetzt wird. Der Schlüssel ist, auf das Licht zu schauen, wie es auf das Gesicht des Models fällt und wie der Schatten der Nase liegt. Am besten ist es, wenn der Schatten nicht über den Mund oder die Wange verläuft. Das im Hinterkopf, gebe ich meinem Assistenten immer die Anweisung den Bewegungen des Models mit dem Videolicht zu folgen… und sorgfältig zu schauen, wie der Nasenschatten aussieht.

Um dem Effekt des Videolichts entgegenzuwirken, benutze ich oft einen gebouncten Blitz zum Angleichen. Die Blitzkompensation ist aber weit heruntergeregelt, um wirklich nur den Gesamtkontrast der Szene etwas zu veringern. In solch einem Fall ist es auch immens wichtig den Blitz mit einem Filter zu Kunstlicht zu konvertieren.

1/250 @ f2.5 @ 1600 ISO

Nikon D3; Nikon 50mm f1.4 AF-S (B&H); Nikon SB-900 (B&H)

Und dann, um es alles zu vermischen, habe ich hier Videolicht und verfügbares Licht benutzt. Ich habe das Videolicht diffuser gemacht, indem ich einen Kaffeefilter darübergestülpt habe.

Mit dem diffusen Videolicht und dem Mix vom durch die Vorhänge gefilterten Tageslicht ergab das eine warme Mischung für diese Szene. Und es funktioniert.

1/250 @ f3.2 @ 1600 ISO

Nikon D3; Nikon 24-70mm f2.8 AF-S (B&H); Nikon SB-900 (B&H)

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Der Gedanke bleibt, dass es entscheidend ist sich echte Gedanken über das Umgebungslicht zu machen. Achtet auf die Richtung des Lichts. Schaut wieviele Lichtquellen ihr habt. Dann findet heraus, ob ihr zusätzliche Lichtquellen braucht und welche Art von Licht ihr mit einbringen wollt. Am Ende kommt es immer auf die eine Frage zurück, welche Qualität das Licht hat… und wie ihr es verwendet und unterstützt.

Für weitere Beispiele meiner Boudoir-/Intimsessions seht euch meine Galerie an.

Seht euch auch Ed Veroskys letzten Artikel über Lichtführung für Boudoir an,

genauso wie seine Austin Boudoir Photography Seite.

Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

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1 Lars March 3, 2013 at 11:03 am

Ein toller Artikel um sich in das Thema einzulesen. Vielen Dank dafür.

An das Thema “richtig blitzen” führe ich mich derzeit noch selber heran, bekomme aber hier ingesamt einen guten Einstieg.

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