Meine Herangehensweise an Nikons Blitzsystem – TTL/TTL BL

by Neil vN on February 22, 2010

Nikons TTL-Blitzsystem wird weitläufig für außergewöhnlich gut befunden. Kamera und Systemblitz funktionieren zusammen entsprechend der verschiedenen Algorithmen, um die Blitzbelichtung zu steuern. Die TTL-Blitzbelichtung ist von verschiedenen Faktoren abhängig – dem Farbtonumfang der Szenerie, der Helligkeit der Szenerie und davon, wie die Kamera die Sektoren der Messbereiche interpretiert. Andere Faktoren zeugen sicherlich auch von den Daten des Objektivs.

Wie sich diese Daten beeinflussen, können wir nur schätzen. Man kann gezielte Abschätzungen anstreben und viele Fotografen haben Zeit und Mühe investiert, um Testaufnahmen zu machen, die zeigen sollen, wie die Kameras und Blitzgeräte funktionieren. Um die Sache noch interessanter zu machen, bietet Nikon zwei Arten der TTL-Messung an: TTL und TTL BL.

So wie ich das verstehe, bezieht die Kamera bei der TTL BL-Blitzmessung das Umgebungslicht für die Berechnung der Blitzbelichtung mit ein. Bei der TTL-Blitzmessung wird die Blitzmessung von der des Umgebungslichts abgekoppelt.

Ähnlich bei Canon, hat man Average/Evaluative Blitzmessung beim TTL-Blitz. (Diese werden am Kameragehäuse bei den ‘custom functions’ eingestellt.) Auch hier, so wie ich es verstehe (und ich würde gerne verbessert werden, läge ich falsch), wird bei der evaluativen TTL-Blitzmessung das Umgebungslicht mit einbezogen. Bei der Average TTL-Blitzmessung wird das Umgebungslicht wenig mit eingebunden.

Welche Art der TTL-Blitzbelichtung nimmt man nun? TTL oder TLL BL?

Letztendlich arbeite ich auf eine recht einfache Art und Weise…

Bei Nikon belasse ich es bei TTL BL und bei Canon nehme ich meistens die evaluative TTL-Blitzmessung.

Dabei stelle ich die Blitzkompensation nach Geschmack ein. Ich schätze vorher die Tonalität meines Objektes und der Szenerie ein und danach schätze ich die Blitzkompensation ab, die ich benötigen würde. Danach nehme ich die Feineinstellung mithilfe des Vorschaubildes auf dem Kameradisplay vor.

Das setzt zwingend vorraus, dass man die FEC (Flash Exposure Compensation = Blitzbelichtungskompensation) ständig anpasst, während man fotografiert und die Resultate im Display betrachtet. Auslösen, überprüfen und einstellen…

Am Ende MUSS man sich daran gewöhnen, wie Kamera und Blitz reagieren, indem man sich mit seiner Ausrüstung vertraut macht und viel fotografiert. Das ist für mich der Schlüssel bei der ganzen Sache… in der Lage zu sein grob einzuschätzen wie die Kamera reagieren wird und wie das Resultat des Blitzlichts aussehen könnte. Das kommt mit der Erfahrung und vom häufigen Fotografieren von allein.

Meine Herangehensweise ist die, dass ich damit besser beraten bin, nur eine Artfür den Großteil meiner Arbeit zu verwenden und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Kamera und Blitz reagieren werden. Besser das, als zwischen den Modi hin- und herzuspringen und darauf zu hoffen, dass die Kamera es schon packen wird, ohne großes Zutun von mir, dem Fotografen.

Der grundsätzliche Ansatz:

Bleib beim TTL-Blitz, wenn der Blitz die dominierende Lichtquelle ist!

Wechsel zu TTL BL, wenn der Blitz nur als Füllblitz dienen oder in einem Verhältnis zum Umgebungslicht stehen soll!

Dieser Ansatz wird allgemein auf verschiedenen Webseiten und in Foren vertreten und ist der, den ich mit meinen D100, D2H und D2x verfolgt habe.

Wie auch immer, bei meinen Nikon D3 belasse ich es bei TTL BL. Zwischen TTL und TTL BL ist bei der D3 kein großer Unterschied, so wie zum Beispiel bei der D100.

Bei der D100 würde ich zwischen den beiden Modi wechseln und TTL nehmen, wenn der Blitz die dominante Lichtquelle wäre und TTL BL, wenn ich Füllicht bräuchte oder Blitz und Umgebung in Relation zueinander wollte. Bei der D3 aber nehme ich einfach TTL BL und verfeinere die Einstellungen.

Meiner Ansicht nach gibt es bei den aktuellen Nikon DSL-R keine so gravierenden Unterschiede mehr zwischen TTL und TTL BL. Da die TTL-Blitzmessung eh von der Tonalität des Objektes und der Szene (und all den anderen Faktoren) abhängt, muss man sowieso die FEC nachregeln.

Noch einmal, das bedeutet, dass eine Vertrautheit mit einer bestimmten Kamera und dem Blitzgerät vorhanden sein muss. Hier steht, wie ich bemerkt habe, dass ich die FEC bei meinen D3 Kameras anders einstellen muss, als ich es bei der D2x und D2H getan habe.

Welche TTL Art ihr auch immer für die gleiche Situation verwendet, man muss die FEC verschieden einstellen… aber bekommt dennoch eine korrekte Belichtung, indem man auf das Kameradisplay schaut und eine visuelle Voreinschätzung trifft, wieviel mehr oder weniger FEC man benötigt.

Man muss eine gewisse Flexibilität der Technik in Kauf nehmen… als im Gegensatz zu erwarten, dass durch die minutiöse Analyse der Kamera und des Blitzes in Testumgebungen, dass man jedes Foto schon beim ersten Auslösen perfekt belichtet. Ich glaube das ist einer der Bereiche, bei denen man Gefahr läuft die Dinge über-zu-bedenken und zu erwarten, dass die Echtsituationen in einem sorgfältig vorbedachten Verhalten aufgehen… wenn es doch einfacher und besser ist, nur die FEC fortlaufend nach Bedarf zu justieren, während man fotografiert.

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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

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