Hochzeitsfotografie: aufgesteckter TTL-Blitz mit zusätzlichem manuellen Blitz
Auf Hochzeitsfeiern ist eine übliche Technik, zusätzliches Licht zu verwenden, um die Grundbeleuchtung in großen Festsälen etwas anzuheben. Dieses zusätzliche Licht kann durch ferngezündete TTL-Blitze kommen… aber meistens werden es manuelle Blitze sein. Dazu kommt ein Blitz auf der Kamera, entweder manuell oder im TTL-Modus.
Ich bevorzuge es, meinen Blitz auf der Kamera im TTL-Modus und den/die zusätzlichen Blitz/-e manuell einzustellen. Hier ist ein Beispiel von einer Hochzeit am vergangenden Wochenende:
Dieser Festsaal ist ein großer schachtelförmiger Raum mit einer hohen Decke. Die Decke ist zu hoch, um gute Resultate durch einfaches Bouncen nach oben und ohne einen Diffusor zu erzielen. Und ich bevorzuge das Arbeiten ohne einen solchen Diffusor auf dem Blitzkopf, wenn ich nicht wirklich dazu gezwungen bin. Für meinen Geschmack geben diese Diffusoren ein zu flaches Licht.
Ich habe schon einmal ein Beispiel gezeigt, wo ich ein paar manuelle Blitze benutzt habe, zusammen mit einem TTL-Blitz auf der Kamera. Es kommt immer wieder die Frage auf, wie man den manuellen Blitz kontrolliert. Die Antwort ist, dass man es bei manuellem Blitz für gewöhnlich nicht tut. Man stellt ihn anfangs so ein, dass er den Hintergrund etwas aufhellt und lässt den Rest dann vom TTL-Blitz auf der Kamera erledigen. Die zusätzlichen Blitze wurden hier durch PocketWizard Plus II gezündet. Mit einem kabellosen TTL-Sender/Empfänger kann man natürlich die zusätzlichen Blitze von der Kamera selbst steuern.
Hier ist, wie ich das zusätzliche Licht aufgebaut habe:
Wie man sieht, ist das Bild ohne den Blitz auf der Kamera um ca. 2 Blenden unterbelichtet. Jetzt entscheidet man sich für die Einstellungen zu einer Belichtung durch die zusätzlichen Blitze. Man fügt gerade nur sooo viel dazu, dass ein sichtbarer Unterschied zum vorhandenen Licht auftritt… im Vergleich dazu, wie man selbst die Einstellungen wählt. Die EIGENEN Einstellungen richten sich nach der vorhandenen Helligkeit und wie hart sein aufgesteckter Blitz arbeiten kann und wie hart man ihn arbeiten lassen möchte.
Gewohnheitsgemäß misst man im Raum herum, um die Belichtung durch das zusätzliche Licht zu ermitteln und fügt dann den TTL-Blitz von der Kamera hinzu. Bei einer digitalen Kamera ist es das einfachste, ein paar Testaufnahmen zu machen und zu sehen, ob die zusätzlichen Blitze einen Unterschied erzeugen. Das ist das Schöne, an der sofortigen Kontrolle bei einer digitalen Kamera.
Das zusätzliche Licht hilft dabei, Details im Hintergrund hervorzuholen und ihn nicht in der Dunkelheit untergehen zu lassen. Ich benutze sie am liebsten mit einem weißen Durchlichtschirm. Es gibt noch andere Möglichkeiten. Manche Fotografen nehmen nackte Blitze oder richten die Blitzköpfe nach unten auf die Tanzfläche, um dimensionales Licht zu erzeugen.
Bei solchen Locations fällt meine Wahl auf zwei Blitze, die ich symmetrisch auf jeder Seite der Bühne aufstelle. Die Blitze sind so hoch, wie es nur geht (ca. 3,5 Meter mit diesen Stativen). An jedem habe ich einen weißen Durchlichtschirm. Diese habe ich leicht in den Raum gerichtet, aber man muss dabei nicht wirklich präzise sein.
An diesem Abend jedoch, konnte ich einen zweiten Blitz nicht so richtig sicher platzieren. Also habe ich nur einen T2 Q-flash mit 1/4 Leistung aufgestellt und ihn auf die Mitte der Tanzfläche gerichtet.
Hier sieht man, wo ich den zusätzlichen Blitz aufgestellt habe – neben der Bühne. Es macht wirklich einen großen Unterschied, wie man auf dem ersten Foto oben sehen kann. Der Trick an der Sache ist, den zusätzlichen Blitz nicht mit auf das Foto zu nehmen oder dessen Lichtkegel. Ich habe herausgefunden, dass ungefähr ein Winkel von 90° zur Kamera, mir schön dimensionales Licht gibt.
Meine Kameraeinstellungen für das erste Bild: 1/125 @ f4 @ 1600 ISO
Warum eine so kurze Verschlusszeit in dem Raum? Wegen des Videografen, der mit seinem starken Videolicht den ganzen Raum anstrahlte. Das zwang mich dazu, eine kürzere Verschlusszeit zu wählen, um keine Verwischungseffekte der tanzenden Leute zu bekommen. Das Licht vom Videolicht ist so stark, dass der Blitz nicht ausreicht, um die Bewegungen einzufrieren und ich hätte Geisterbilder – zum einem durch die Blitzbelichtung und zum anderen vom Videolicht.
Der Kritikpunkt ist, dass das erste Foto nicht die zu der Zeit vorherrschende Lichtstimmung wiedergibt, da so viel Licht hinzugefügt wurde… und das ist zum Teil auch richtig. Aber nur zum Teil. Durch das viele Videolicht war der Raum relativ hell und gleichmäßig ausgeleuchtet. Ich bin nur einen Schritt weiter gegangen, um sicherzustellen, dass meine Fotos etwas werden.
Meistens bevorzuge ich die Ergebnisse von offeneren Blenden, höherer ISO und gebounctem Blitz. Aber ich vermische auch die Techniken, um die besten Resultate zu erzielen.
Wen es interessiert, wie das Q-flash Setup aussieht, der kann auf dieser Seite nachschauen entfesseltes Blitzen auf Hochzeiten.
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause


