01 – natürlich aussehender Blitz

Techniken der Blitzfotografie

Einleitung | natürlich aussehender Blitz | Blitz & Umgebungslicht

Den Blitz nicht wie Blitz aussehen lassen:

Ich benutze den Blitz sehr häufig – die meisten meiner Fotos beinhalten auf die eine oder andere Weise Blitzlicht. Aber ich versuche diese Tatsache zu verstecken. Ich nutze fast ausschließlich einen Systemblitz und versuche, wann immer ich es kann, das Licht diffus zu machen oder zu bouncen (Anm. d. Übers.: Im Folgenden werde ich den Begriff bouncen verwenden, da die korrekte oder auch sinngemäße Übersetzung: abprallen oder zurückwerfen, nicht so gut wie bouncen klingt). Ich blitze so wenig wie möglich direkt, mit der Ausnahme für Aussenaufnahmen, bei denen ich das vorhandene Licht nutze und den Blitz nur einsetze, um die Schatten anzuheben und den Kontrast zu veringern. Wie auch immer, manchmal ist es auch einfach am besten, wenn man das vorhandene Licht mit einem Blitz überwältigt, aber dennoch versucht, es natürlich aussehen zu lassen, d.h.: nicht wie Blitzlicht.

Fangen wir mit diesen paar Fotos an.

Sie wurden alle mit einen Systemblitz aufgenommen.

Man wird feststellen, dass kein wahrnehmbarer Blitzschatten zu sehen ist. Wahrnehmbare Blitzschatten verabscheue ich zutiefst. Das ist das Ideal, welches ich immer anstrebe – dass es nicht offensichtlich sein soll, dass ich nicht das vorhandene Licht verwendet habe. Das ist nicht immer möglich, aber es ist das, was ich bei jedem Foto versuche.

null Das wurde mit Blende f2, mit dem Blitz direkt hinter mich in den offenen Raum gebounct, um nur ein wenig die Schatten anzuheben. Man sieht, es gibt KEINEN Blitzschatten.

Ich habe absichtlich keinen Diffusor/Stofen Omnibounce benutzt, da es zu viel Licht nach vorn geworfen hätte. Ich brauchte nur indirektes Blitzlicht.

spezielle Einstellungen:

Nikon D2H

Nikon 85mm f1.4

1/125th @ f2 @ 400 iso

manual; matrix metering

TTL flash: -1.7 exp comp

Die Wahl meiner Einstellungen wurden durch das vorhandene Licht diktiert und ich habe nur einen Hauch von Blitz benutzt, indem ich ihn in den großen Raum hinter mir gebounct habe. Mit Blende f2, und als Füllicht, musste ich nicht tonnenweise Licht aus meinem Blitz ballern.

Blitz über meine linke Schulter gebounct. Man beachte, dass KEIN direkter Blitz da ist und somit auch kein Blitzschatten.

spezielle Einstellungen:

Nikon D2H

Nikon 28-70mm f2.8

1/250th @ f4 @ 400 iso

manual; matrix metering

TTL flash: +1 exp comp

Die kurze Verschlusszeit war speziell gewählt, damit das Buntglasfenster nicht überstrahlt und seine Farben behält. Die Braut wurde gänzlich vom reflektierten Blitz beleuchtet. Durch die Wahl meiner Verschlusszeit (für meine gewählte Blende und ISO) konnte ich die Belichtung des Fensters anpassen.

Ich habe den Blitz von der sandfarbenen Steinwand gebounct, was meine Farbbalance beeinflusst hat. Aber da ich in RAW schieße, war es kein Aufwand nachträglich einen Weißabgleich zu machen.

Bei den beiden Fotos wurden unterschiedliche Blitzkompensationen eingestellt.

Beim ersten Bild wurde der Blitz als subtiler Füllblitz verwendet und daher war die Blitzkompensation heruntergeregelt.

Beim zweiten Foto wurde das Gesicht der Braut gänzlich von Blitz belichtet. Folglich war mein Blitz die Hautlichtquelle. Daher musste ich mit einer Blitzkompensation um 0 EV beginnen. Aus Erfahrung wusste ich, dass das hell getönte Gesicht, das weiße Kleid und das Hintergrundlicht meine Blitzbelichtung beeinflussen würden und so habe ich den Blitz stärker eingestellt.

Beim nächsten Bild habe ich den Systemblitz von der Wand hinter mir gebounct.

Einen der besten Rätschläge, die ich für das Bouncen geben kann, ist sich nicht darin festzufahren, dass man eine Decke über sich braucht, um Licht zu reflektieren. Sieh dich nach anderen brauchbaren Oberflächen um.

Indem ich meine Lichtquelle, verglichen mit dem Bereich meiner schmalen Blitzröhre, vergrößere, mache ich auch gleichzeitig das Licht weicher. Und das ist genau der Grund, warum wir den Blitz bouncen.

Bevor dieses Bild entstand, habe ich ein paar Testaufnahmen gemacht, um die Stadtlichter korrekt zu belichten. Danach habe ich das Pärchen positioniert.

Da ich mich bewegen wollte, habe ich TTL anstatt manuellen Blitz benutzt. Aber daurch musste ich Belichtungsreihen erstellen und meine Blitzkompensation verstellen.

spezielle Einstellungen:

Canon 24mm f1.4

1/20th @ f4 @ 640 iso

manual; eval metering

TTL flash: -1.7 exp comp

Die lange Verschlusszeit ermöglichte die Stadtlichter mit einzufangen.

Da der Blitz und die Stadtlichter in der Farbtemperatur gewaltig auseinandergehen, musste ich das im nachhinein korrigieren. Mit RAW ist es kein großer Aufwand zwei Bilder mit unterschiedlichen Weißabgleichen zu erstellen und dann mittels Ebenen in Photoshop zu kombinieren.

.

.

Auf, zu mehr Beispielen und Infos über das Angleichen von Blitz und Umgebungslicht…

.

Autor:  Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

Leave a Comment