04 – Blitz bouncen
![]()
Die Verschlusszeit ziehen | Blitz bouncen | kabelloser TTL-Blitz
![]()
Ein einzelnes Blitzlicht gibt harte Schatten, da es eine kleine Lichtquelle ist. Der einzige Weg Licht weicher zu machen, ist die Lichtquelle zu vergößern. Der effektivste Weg dies mit einem Systemblitz zu erreichen, ist das Licht zu bouncen (Anm. d. Übers.: Der Begriff bouncen wird von mir auf diesen Seiten eingedeutscht, da die Übersetzungen wie reflektieren, zurückwerfen etc. zwar zutreffen, aber nicht so cool klingen. Ich verstehe das eher als terminologischen Begriff, als als Übersetzung).
Wenn man einen Blitz von einer Wand neben oder hinter einem bounct, wird die Lichtquelle gemessen zum Objekt sehr viel größer, als hätte man den Blitz direkt nach vorn gerichtet. Das sind Welten an Unterschied!
Indem man den Blitz an die Decke wirft, macht man das Licht auch weicher, falls man den korrekte Winkel verwendet. Und hier möchte ich nochmal eines betonen: Das Fotografieren mit einem Omnibounce bei 60° (oder 45°) sollte nicht die Standardeinstellung sein, um einen Systemblitz zu verwenden. Für beste Ergebnisse sollte man ein bisschen darüber nachdenken, wie man den Blitz einsetzt.
Zur Erinnerung: der Einfallswinkel = dem Ausfallswinkel. Man muss wissen, wie nah man am Objekt, wie hoch die Decke über einem und wie der Winkel des Blitzgeräts eingestellt ist. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass das Ziel eine Aufnahme mit unauffälligem Blitzschatten ist.
Schauen wir uns wieder ein paar Beispiele an:
![]() |
Das Foto wurde mit f2.8 aufgenommen, wobei der Blitz über meine linke Schulter an die Wand und die Decke hinter mir geworfen wurde.
spezielle Einstellungen: Canon 1Dmk2 Canon 70-200mm f2.8 IS 1/100th @ f2.8 @ 640 iso manual; eval metering manual; eval metering TTL flash: 0.7 exp comp Meine Kameraeinstellungen wurden durch das Umgebungslicht diktiert. Ich wollte genügend vom Fensterlicht einfangen und die Nachttischlampe, die durch den Schleier scheint, sollte hell sein, aber nicht die Details im Schleier überbelichten. Wenn die Nachttischlampe viel heller gewesen wäre, hätte ich eine kürzere Verschlusszeit gewählt und das Fensterlicht vernachlässigt und mich auf den gebouncten Blitz verlassen, dass er das Gesicht schön ausleuchtet. |
Wenn ich meinen Blitz bounce, indem ich ihn neige und drehe, dann werfe ich das Licht in einem Winkel weg von meinem Objekt. So erscheint das zurückkommende Licht gerichteter zu sein. Es gibt Bereiche mit Schatten und Licht. Einen Blitz zu bouncen muss nicht flach aussehen. Wenn man die physikalischen Grundlagen von Ein- und Ausfallswinkel beachtet, ist es für gewöhnlich leicht herauszufinden, von wo das Licht gebounct werden muss, um das vorhandene Licht zu verbessern oder um das gebouncte Licht weich aber gerichtet zu machen.
| Den Blitz nach oben in die Kirchendecke geworfen, mit ein wenig herausgezogener Reflektorkarte.
KEIN direktes Blitzlicht. spezielle Einstellungen: Canon 1Dmk2 Canon 70-200mm f2.8 IS 1/100th @ f2.8 @ 800 iso manual; eval metering TTL flash: 0 exp comp Auch wenn die Kirchendecke hoch war, habe ich eine ISO gewählt, die hoch genug war, um dem Blitz zu helfen die Lichtverhältnisse zu verbessern. Ausserdem ist wichtig, dass ich meine Belichtung für das Umgebungslicht gewählt und nur einen Hauch von Blitz verwendet habe. |
![]() |
Meistens fotografiere ich mit TTL-Blitz (ob D-TTL, i-TTL oder e-TTL), wenn ich mit einem Systemblitz arbeite. Ein entfesselter Blitz ist für gewöhnlich einfacher manuell zu benutzen. (Später mehr dazu)
Da ich im TTL Modus fotografiere, brauche ich selten die volle Kraft zu der mein Blitz fähig wäre, so lange ich nicht am äussersten Ende arbeite, was mein Blitz hergeben könnte. Wenn ein Blitz die Hauptlichtquelle ist, ist es wichtig, dass man innerhalb der Kapazitäten bleibt, die der Blitz imstande ist zu leisten, durch die Wahl angemesener ISO- und Blendeneinstellungen.
Den Blitz zu bouncen reduziert die Ausbeute an Blitzlicht beachtlich – aber das Blitzgerät reguliert diesen Verlust automatisch, solange man im TTL- oder Automodus arbeitet. Das aber auch nur, solange man innerhalb der Leistungsgrenze des Gerätes bleibt.
Die Richtung in der ich bounce hängt davon ab:
- wo sich die nächste oder brauchbare Wand befindet oder
- aus welcher Richtung ich das Auffüllicht benötige.
![]() |
Hier wollte ich die Schattenseite aufhellen, also musste ich ganz offensichtlich von dieser Seite das Licht bouncen.
Es gab keine richtige Wand in der Nähe, also habe ich das Licht zu dieser Seite hinter mich in den Raum geworfen und es kam genügend Licht zurück, um den Kontrast zu reduzieren. spezielle Einstellungen: Nikon D100 Nikon 85mm f1.4 1/125th @ f1.4 @ 200 iso manual; matrix metering TTL flash: 0 exp comp Bei diesem Bild wollte ich die geringe Schärfentiefe, die mir f1.4 liefert und ich habe meine ISO niedrig gehalten, um das Umgebungslicht bei dieser Blendenöffnung fern zu halten. Mein Blitzgerät war im TTL-Modus und hat mir genug Licht gegeben, um die Schatten anzuheben. |

Während abendlicher Aussenaufnahmen, bounce ich manchmal meinen Systemblitz in einen Reflektorschirm, der von meinem Assistenten gehalten wird. Er bewegt sich dann simultan zu mir, wenn ich mich nach oben und unten bewege oder vor und zurück. Ja, ich hasse direktes Blitzlicht so sehr…
Spezielle Einstellungen: Nikon D100; Nikon 17-35mm f2.8
1/6th @ f4.5 @ 400 iso / manual; matrix metering / TTL flash: 0 exp comp
Da ist noch ein weiterer Blitz, der links hinter dem Paar losgeht, den ich mit einer an meiner Kamera angebrachten Funksteuerung ferngesteuert habe. Das ist also nicht gänzlich nur ein Systemblitz… das Bild wird durch den weiteren Blitz aufgebessert, indem er etwas Hintergrundbeleuchtung schafft. An dieser Kamera (Nikon D100) gab es kein TTL. Aber auch wenn es so gewesen wäre, kabelloses TTL hätte hier versagt, da man hierfür eine Sichtlinie zum Funktionieren benötigt.
| Bei diesem Foto hatte ich wieder einen Blitz über meine linke Schulter an die Wand und Decke hinter mir geworfen.
Indem ich den Blitz so gebounct habe, habe ich versucht weiches Licht von einem großen Fenster zu simulieren. Das Licht einfach nach oben an die Decke zu bouncen hätte mir nicht so ein weiches und gleichmäßiges Licht gegeben, wie hier. spezielle Einstellungen: Canon 1Dmk2 Canon 24-70mm f2.8 1/125th @ f2.8 @ 400 iso manual; eval metering TTL flash: +1 exp comp |
![]() |
.
![]()
Verwendung von kabellosem TTL-Blitz, um weicheres Licht zu bekommen …
.
![]()
Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause



