07 – Messtechniken
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Blitzen im Freien | Messtechniken | Blitzkompensation
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Ich fotografiere fast ausschließlich im manuellen Modus, und das aus ganz speziellen Gründen:
- Ich will die Kontrolle über die Genauigkeit der Belichtung,
- Ich will die Kontrolle über die Gleichheit von mehreren Belichtungen,
- Ich will die Kontrolle über die Schärfentiefe,
- Ich will die Kontrolle über die Bewegung von Objekt/Kamera.
Keines der Programmodi erlaubt mir das.
Manchmal schalte ich in den Programmodus, wenn ich die Kamera zwischen starken Schatten und hellen sonnenbeleuchteten Bereichen hin- und herschwenken muss. Das ist aber selten. Überwiegend will ICH die Belichtungsmessung in Bezug auf Genauigkeit und Gleichheit bestimmen.
Es gibt einen Nebeneffekt bei der Benutzung der automatischen Messung, den ich bei Fotografieneulingen beobachten konnte: Es gibt eine Tendenz, die Kamera zu beschuldigen. Es ist eine unterschwellige Verschiebung der Gedankenansätze, aber sie ist da. Anstatt die Verantwortung zu übernehmen und eine gute Technik zu erlernen, wird nach einer Kamera gesucht, die alles kann.
Bei der manuellen Messung liegt die Kontrolle bei einem selbst. Wenn es also ein Problem gibt, dann liegt es an einem selbst herauszufinden warum und wie man es besser machen könnte. Du entscheidest und nicht die Kamera!
OK .. ich schätze die nächste Frage lautet:
Warum sollte das Einstellen der Blende und Verschlusszeit anders sein, als z.B. den AV-Modus zu wählen und die Kamera sucht die Verschlusszeit aus?
Na ja, die Gründe sind…
- eine Kamera verlässt sich auf die Reflektivität eines Objektes und nimmt dafür mittleres Grau an. Auch mit der Matrixmessung kann eine Kamera nur schätzen, was man zu erreichen versucht.
- wenn man den Programm- oder AV-Modus zusammen mit TTL-Blitz als Hauptlichtquelle benutzt, wird die Kamera die Verschlusszeiten zwischen den verschiedenen Aufnahmen verändern und damit wird sich auch das Umgebungslicht im Ergebnis verändern.
Man muss die Beschränkungen der automatischen Messung kennen, sowohl die Kamera-, als auch die TTL-Messung und dass hellere und dunklere Töne innerhalb des gleichen Bildausschnitts die Messung beeinflussen. Und das will man höchstwahrscheinlich nicht. Man möchte einen helleren Ton im fertigen Bild hell haben und dunklere Töne dunkel. Wenn es ein gleichmäßiger Mix von Tonwerten ist, dann wird man auch in den Auto-Modi eine genaue Messung bekommen.
Es gibt auch einen Grund dafür, dass ich die Belichtungskompensation nicht benutze. ABER… ich benutze ständig die Blitzkompensation, da ich TTL-Blitz ausserhalb von Studios benutze. Da sich die Reflektivität und Tonalität einer Szene, die meine Kamera misst, ständig ändert, muss ich auch die TTL-Blitzkompensation ständig angleichen.
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Also, wie messe ich nun?
In analogen Filmzeiten habe ich einen Belichtungsmesser für das Blitzen benutzt. Für verfügbares Licht habe ich meistens gewissenhaft den kamerainternen Belichtungsmesser benutzt.
In digitalen Zeiten messe ich weitestgehend noch genauso. Aber wir haben digital noch mehr Möglichkeiten.
Deshalb ist es ein sich wiederholender Prozess für mich geworden:
- meinen kamerainternen Belichtungsmesser zu kontrollieren,
- das Histogramm zu kontrollieren
- und das blinkende Lichter-Display,
- das Bild auf dem LCD zu überprüfen (obwohl das keine akkurate Beurteilung der Belichtung ermöglicht,
- Erfahrung.
Es gibt kein generelles Rezept, wie man die Belichtungsmessung in allen Situationen angeht. Es ist das Vermischen und Anpassen verschiedener Techniken. Alle dienen dazu, die optimale Belichtung für die Bilder sicherzustellen.
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Umgebungslicht ohne Blitz
Der Grund, warum ich in 99% der Fälle wärmstens das Fotografieren mit manueller Belichtung empfehle ist, dass die Lichtsituation für ein bestimmtes Szenario im Freien sich in der Regel nicht ändert. Und durch das Bestimmen der korrekten Belichtung werden die Fotos in einer Serie gleichbleibend belichtet aussehen,
- ungeachtet der Komposition und
- ungeachtet wie weit oder dicht man zoomt und
- ungeachtet der Reflektivität des Hauptobjektes (z.B. viele helle Töne) und
- ungeachtet, ob man einen hellen Himmel bei einem Weitwinkel hat oder aber nicht, bei einer dichteren Bildkomposition.
Wenn man bei gleichbleibendem Lichtverhältnis und am gleichen Set vertikal und horizontal, weit und dicht, von oben herab und von unten hinauf fotografiert, werden alle Belichtungen unterschiedlich sein, wenn man nicht manuell arbeitet. Es ist der EINZIGE Weg, wenn man gleichbleibende Belichtungen haben möchte.
Mit diesen gleichbleibenden Belichtungen wird der digitale Arbeitsablauf um vieles einfacher. Insbesondere beim fotografieren in RAW.
Nun, das gilt für verfügbares Licht. Beim Blitzen wird es ein wenig komplizierter.
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Manueller Blitz
Wenn man Blitzgeräte in einer konstanten Position zum Objekt aufstellt, wie man es bei einem Studioset macht, ist der ideale Weg mit manuellem Blitz zu arbeiten. Hierbei einen Belichtungsmesser zu benutzen ist gewöhnlich der einfachste Weg, um die Belichtung festzulegen. So wird die Belichtungsdauer zur gewählten ISO und Blende festgelegt.
Wenn man einen Systemblitz benutzt und in einer statischen Position zum Objekt bleibt, wäre es wohl einfacher den Blitz manuell zu benutzen. Das wird wiederum die Aufnahmen in einer Serie belichtungstechnisch gleichbleibend halten. Digital kann man ein paar Testaufnahmen machen und vergleichen, um die korrekte Belichtung mit dem manuellen Blitz herauszufinden. Für ein einzelnes Bild wäre es aber dennoch einfacher den Blitz mit TTL zu benutzen.
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Auto/TTL-Blitz
Sobald man einen Systemblitz nutzt und sich rund um sein Objekt bewegt, ist man besser mit einer automatischen Messung für den Blitz beraten. Das heißt, den Blitz im Auto-Modus oder TTL zu verwenden. Bei der Digitalfotografie wird es einem das Leben wirklich viel einfacher machen, in diesem Fall nicht mit manuellem Blitz zu arbeiten.
Jetzt bekommt man aber das Problem, dass die Blitzstärke von der Reflektivität und des Tonumfanges des Objektes und der Szenerie beeinflusst wird. Man bedenke, dass die Kameramessung versuchen wird einen durchschnittlichen Tonwert für jede Szene im Bildausschnitt zu messen. Weder hell, noch dunkel. Das trifft auch auf den automatischen Blitz zu. Das bedeutet, dass man die Blitzkompensation benutzen MUSS, um optimale Resultate zu erzielen… wenn der Blitz die dominante Lichtquelle ist.
Wenn der Blitz nur Füllicht bei Tageslicht sein soll, wird der Blitz wahrscheinlich am besten als leichter Füllblitz genutzt. Und in diesem Fall sind die Ergebnisse für gewöhnlich am besten, wenn die Blitzkompensation weit heruntergeregelt ist. Folglich wird scheinbar auch die Reflektivität des Objektes weniger Einfluss auf die Belichtung haben, weil die Belichtung primär für das Umgebungslicht gemessen wird.
Wenn ich so im Freien fotografiere, regele ich meistens meine Canon-Blitze um -2 bis -3 Stufen nach unten. Die Nikon-Blitze regele ich eigentlich weniger herunter – meistens um -1,3 oder -1,7, weil ich die Nikon-Blitze dann im TTL-BL Modus verwende, der den Blitz automatisch mit dem Umgebungslicht ausbalanciert.
Das hängt aber alles davon ab, wieviel Blitzleistung man für den Füllblitz braucht. Wenn man jemanden im Schatten fotografiert und der Blitz heraufgeregelt werden muss, um sich dem Sonnenlicht anzunähern, benötigt man sehr viel mehr Blitzleistung. Deshalb wird die Blitzkompensation wahrschienlich um den Nullpunkt herum liegen.
Es gibt keine einfachen Antworten.
Jemand der sagt, dass es eine magische, universelle Einstellung für einen Blitz gibt, der lügt.
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Vorbereitet zu sein, ist die halbe Miete..
Es ist wichtig, dass man anfängt, Dinge vorherzusehen… zum Beispiel, wenn ich in Räumen fotografiere, wo mein Blitz die dominate Lichtquelle ist, arbeite ich wahrscheinlich in dem Bereich von ISO 800 und werde eine lange Verschlusszeit wählen, um mehr Umgebungslicht einzufangen.. sagen wir um eine 1/40s oder so; aber das hängt wirklich von der Szenerie ab. Ich werde ausserdem große Blenden verwenden.
Mein Nikon SB-800 Speedlight wird auf TTL eingestellt sein (und nicht TTL BL) und höchstwahrscheinlich +0.3 bei der Blitzkompensation gewählt haben… weil er die dominante Lichtquelle für diesen Fall ist.
Bei Canon variiert das. An meinen 1D mk2 Gehäusen hatte ich meistens die Blitzkompensation auf + 0,7 als Startpunkt eingestellt. (Ich habe gehört, dass 20D Benutzer das gleiche tun.) Bei meinen 1D mk2N Gehäusen wiederum, habe ich festgestellt, dass eine Blitzkompensation von 0 als Start die beste ist. (5D Benutzer haben das gleiche berichtet.) Ausserdem habe ich bei den 1D mk2(N) Gehäusen die Benutzereinstellung 14 auf “Average” gestellt. Ich fand, dass ich mit “Average” die vorhersehbarsten Ergebnisse erzielte, wenn mein Blitz als Hauptlichtquelle genutzt wurde. Aber wenn ich den Canon-Blitz als Füllicht brauche, dann bekomme ich feinere Resultate, wenn die Blitzmessung auf “Evaluative” gestellt ist.
Beim Hinausgehen aus dämmrigen Räumen ins helle Tageslicht, mache ich quasi als Selbstverständlichkeit drei Dinge, sobald ich die Tür nach draussen passiere:
- Ich wähle meine niedrigste ISO,
- Ich wähle meine höchste Blitzsynchronzeit,
- und ich stelle meine Blende auf eine entsprechende Öffnung ein.
Es gibt einen bestimmten Grund, warum ich zu meiner größten Blitzsynchronzeit hingezogen werde. Es gibt einen bestimmten ’sweet spot’, einen optimalen Punkt, in Bezug auf die maximale Lichtausbeute meines Blitzgerätes. Das ist sehr nützlich, wenn man beispielsweise ein Objekt im Schatten gegen einen hell erleuchteten Hintergrund ausbalancieren muss.
Wenn ich im Innern mit f2.8 und f4 fotografiert habe, werde ich im Freien kleinere Blenden benötigen.
Bei 100 ISO, 1/250, wird das etwas wie f11 sein … deshalb werde ich Blende f11 wählen und ein, zwei Testaufnahmen einer allgemeinen Szenerie machen und schnell das Histogramm und blinkende Lichteranzeige anschauen und meine Belichtung genau nachregeln. Das Ganze passiert in ein paar Sekunden… und fertig bin ich!
Bewölkte Tage bedeuten eine andere Blendenvorwahl, als f11 an sonnigen Tagen, aber 100 ISO und 1/250 sind immer mein Startpunkt bei Canon D-SLRs. Wenn es stark bewölkt ist, nehme ich ISO 200, aber ich versuche fast immer die höchst mögliche Blitzsynchronzeit zu bekommen.
Bei Nikon D-SLRs, ist mein Startpunkt um 1/250th @ f10 @ 100 ISO. Das ist, weil es einen Unterschied bei der Empfindlichkeit der Sensoren von verschiedenen Herstellern gibt.
Also, sobald ich nach draussen gehe, wechseln meine Innenraumeinstellungen und meine Kameraeinstellungen sind schon sehr nah dort, wo sie sein müssen. Kein Herumtasten nach Einstellungen. Ich bin bereit… weil ich vorhergesehen habe, was ich benötigen werde.
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Es folgt – Blitzlichtkompensation …
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Autor: Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause
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