08 – Blitzkompensation

Techniken der Blitzfotografie

Messtechniken | Blitzkompensation | weitere Beispiele

Es gibt zwei Arten von Belichtungskompensation:

- die generelle Belichtungskompensation.

Sie wird am Kameragehäuse eingestellt und beeinflusst beides: Umgebungslicht und Blitzlicht an Nikon, aber nur das Umgebungslicht an Canon Kameras.

- die Blitzkompensation.

Das Einstellen der Blitzkompensation beeinflusst nur den Blitzausstoß. Das Umgebungslicht bleibt davon unberührt. Sie kann immer nur am Blitz selbst eingestellt werden, aber einige Kameras haben einen Knopf am Gehäuse, mit dem praktischerweise die Blitzkompensation eingestellt werden kann, ohne das Auge vom Sucher weg zu bewegen.

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Die Belichtungskompensation wird in Verbindung mit den automatischen Messmodi verwendet, wie auch immer…

bei den meisten Nikon Kameras, wirkt sich die Belichtungskompensation auf die Belichtungsmessung im manuellen Modus aus.

Bei Canon kann man keine Belichtungskompensation im manuellen Modus steuern.

Die Blitzkompensation wird dazu genutzt, den Blitzausstoß zu kompensieren, wenn er im Auto- oder TTL-Modus verwendet wird. Sie kann verständlicherweise nicht im manuellen Blitzbetrieb verwendet werden.

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Zuerst, die generelle Belichtungskompensation..

Was den meisten Fotografieneulingen unverständlich ist, ist der Grundsatz, dass:

1. die Belichtungskompensation angehoben werden muss, wenn die Szenerie/das Objekt sehr hell ist, und

2. das Heruntersetzen der Belichtungskorrektur, wenn die Szenerie vor der Linse dunkler ist.

Der Grund dafür ist, dass der kamerainterne Belichtungsmesser versucht, alles als einen mittleren Grauton zu sehen.

Darum, wenn man einen der Automodi (oder Auto/TTL-Blitz) verwendet, wird die Kamera alle helleren Szenarien wie einen mittleren Tonwert belichten. Mit anderen Worten, das helle Objekt wird als mittleres Grau belichtet. Das heißt, jemand in einem weißen Kleid vor einer weißen Wand wird unterbelichtet sein. Deshalb muss man die Belichtungskompensation höher einstellen, um die Szenerie heller zu machen.

Das gleiche gilt für dunklere Töne. Ein Mann in einem dunklen Anzug vor einer dunkelen Steinwand wird überbelichtete Hauttöne haben, wenn die Kamera allein für sich entscheidet. Die dunkelen Töne werden die Kamera in die Irre führen.

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Um es etwas deutlicher zu machen, nehmen wie dieses Szenario:

Wir haben eine Szene, in der das Licht gleichmäßig und eben ist. In dieser gibt es eine exakte Kombination aus Blende, Verschlusszeit und ISO, die korrekt für die Hauttöne belichtet.

Nun, wenn das Objekt komplett schwarz oder weiß gekleidet ist, wird sich die Belichtungsmessung verändern… dennoch hat sich das Licht nicht verändert. Mit anderen Worten, man benötig immernoch die gleiche Belichtung; ungeachtet der kamerainternen Belichtungsmessung.

Wenn man also auf eine automatische Belichtung besteht, ist man gezwungen, die Belichtungskompensation zu benutzen. Und man muss die Belichtungskompensation in Abhängigkeit der Bildkomposition verändern, da die Ausmaße der hellen/dunklen Bereiche der Kleidung und des Hintergrundes die Belichtungsmessung beeinflussen werden.

Das gleiche gilt auch beim Umgang mit Auto oder TTL-Blitz. Man muss kontinuierlich die Blitzkompensation in Abhängigkeit der Tonalität in der Szenerie vor der Linse nachregeln.

Lies ausserdem bitte die Seiten im Handbuch über die Belichtungsmessung des kamerainternen Belichtungsmessers, so wie die Erklärung, warum die Verwendung der Belichtugnskompensation in einem Automodus viel schwieriger ist, als im manuellen Modus zu arbeiten.

Das ist der Grund, warum ich fast ausschließlich im manuellen Modus arbeite.

Aber man kann mich genauso gut fragen, warum ich TTL-Blitz (oder Auto) verwende, anstatt manuellen…

… und der Grund dafür ist, dass TTL-Blitz einfacher zu kontrollieren ist, wenn ich fortwährend meine Position im Verhältnis zum Objekt verändere.

Und wie ich auf der vorherigen Seite schon erklärt habe, ist es in solchen Situationen für mich einfacher, die Kamera im manuellen Modus zu bedienen und den Blitz im TTL/Auto-Betrieb. Das bedeutet aber auch, dass ich fortwährend meine Blitzkompensation verändern muss.

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Was uns schließlich zum Rest der Diskussion auf dieser Seite führt…

Die Blitzkompensation beim Füllblitz..

Beim Füllblitz (mit TTL oder Auto) wird man meistens den Blitz herunterregeln, um nur ein klein wenig Füllicht zu geben. In diesem Fall wird die Blitzkompensation um -1 bis -3 EV liegen. Aber das hängt auch von der Tonalität des Objekts ab.

Aber wenn der Blitz die Hauptlichtquelle ist, wird man gewöhnlich die Blitzkompensation auf 0 EV bis +0.7 EV anheben, abhängig von der Kamera und dem Kamerasystem… und natürlich von der Tonalität des Objekts und der Szene. Die Blitzkompensation kann also schon mal von -2 EV bis +3EV reichen.

Ich möchte noch einmal einen bestimmten Punkt klar machen – Es gibt keine spezifischen oder festen Einstellungen.

Es gibt einfach zu viele Variablen, als dass irgendjemand ‘die ultimativen Einstellungen’ geben könnte.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Messung der Kamera und des Blitzes bei der TTL-Messung beeinflussen und damit bestimmen, wieviel Blitzkompensation benötigt wird:

- wie reflektierend ist das Objekt,
- wieviel vom Bildausschnitt wird vom Objekt ausgefüllt, und
- wie weit ist das Objekt vom Hintergrund entfernt, und
- ist das Objekt mittig oder an einem Bildrand platziert,
- die individuellen Messalgorithmen, die die Kamerahersteller verwenden,
- das verfügbare Licht – (das knüpft daran an, wie die Algorithmen arbeiten),
- Hintergrundlicht – (starkes Hintergrundlicht fordert immer eine viel stärkere Blitzkompensation).

Deshalb muss man mit all dem jonglieren, um herauszufinden, wieviel Blitzkompensation nötig ist. Eine scheinbar schwierige Aufgabe, die mit der Erfahrung einfacher wird.

Aber hier ist ein Hinweis – wenn der Blitz nur als Füllicht fungiert, kann die Blitzkompensation stark variieren, ohne dass die Qualität des fertigen Fotos groß beeinflusst wird.

Ein Beispiel:

Eine Blitzkompensation von, sagen wir, -2 EV wird sich nur wenig von -3 EV unterscheiden und am Ende wird keines der beiden Fotos inkorrekt belichtet sein. Wenn der Blitz die Hauptlichtquelle ist, wird eine ganze Belichtungsstufe zu viel einen großen Unterschied machen und das Bild in Bezug auf die Belichtung ein Flop sein. Aber wenn der Blitz nur als Füllblitz dient, ist es weniger kritisch; wobei natürlich der sorgfältige und subtile Einsatz von Blitzlicht immer das Ziel sein sollte.

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Zumindest bei Nikons Blitzsystem, hat man die Auswahl zwischen TTL und TTL BL, (d.h. Standard-TTL und Matrix-TTL). Beim TTL BL berechnen die Kamera und der Blitz das vorhandene Licht und reduzieren den Blitzausstoß dementsprechend. Nach meiner Erfahrung ist mit Nikons Blitzsystem ein subtilerer Füllblitz möglich, als mit dem derzeitigen System von Canon..

Die Schlussfolgerung ist letztendlich, dass es am besten ist, wenn man weiß, wie seine eigene Kamera und Blitz in bestimmten Situationen und verschiedenen Belichtungssituationen reagieren. Es gibt nur soviel zu lernen, was aber nicht die tatsächliche Erfahrung und die kontinuierliche Anwendung ersetzt. Man muss seine eigene Kamera kennen!

Die Gesamtbelichtungskompensation bei Nikonkameras..

Die Nikongehäuse (welche ich kenne) erlauben es, die allgemeine Belichtungskorrektur zu verwenden, auch wenn die Kamera im manuellen Modus bedient wird. Das ermöglicht die Belichtungsmessung zu beeinflussen.

Bei Nikon, ist die allgemeine Belichtungskompensation und die Blitzkompensation kumulativ.. bis zu einem bestimmten Maß. Zum Beispiel, wenn mann +1.0 exp comp und -1.0 Blitzkompensation auswählt, würde es einander aufheben – aber nur, wenn das Umgebungslicht niedrig und der Blitz die Hauptlichtquelle wäre.

Wann immer das Umgebungslicht dominiert und der Blitz als Füllblitz fungiert, kommen die verschiedenen Algorithmen ins Spiel und es gibt andere Faktoren, wie die max. Blitzsynchronzeit oder die verfügbaren Blendenöffnungen, die das Szenario beeinflussen.. wodurch die Blitz- und Belichtungskompensation die Umgebungslichtmessung unterschiedlich beeinflussen werden.

Bei Canon wiederum sind die Blitz- und Belichtungskompensation nicht miteinander verbunden, wie bei Nikon. Bei Canon kann im manuellen Modus nur die Blitzkompensation verändert werden und nicht die allgemeine Belichtungskompensation.

(Es macht keinen Sinn, mich zu fragen, wie sich das in irgendeinem der Automatikprogramme verhält, da ich meine Kameras fast ausschließlich im manuellen Modus benutze. Ihr seid da auf Euch selbst gestellt.)

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Okay, das wurde viel zu wortreich. Zeit für ein paar neue Fotos…

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Autor:  Neil van Niekerk
Übersetzung: Michael Krause

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Ausbalancieren von Blitz und Umgebungslicht — Tangents - die deutsche Übersetzung
April 23, 2010 at 4:06 pm

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